OVX – Der Volatilitätsindex für Öl

Einer der liquidesten und unter Tradern weltweit meist gehandelten Terminkontrakte ist der WTI Light Sweet Crude Oil Future (Kürzel CL). Neben den Futures-Kontrakten mit monatlichem Verfall, sind eine Reihe weiterer Produkte zum Handel von Öl verfügbar. So hat sich unter den Exchange Traded Products (ETPs) der United States Oil Fund (Kürzel: USO) als „Öl-ETF“ einen Namen gemacht. Außerdem sind Optionen auf die Futures (CL) wie auch auf den USO handelbar, und somit ist es zudem möglich, aus den Optionspreisen einen Volatilitätsindex zu berechnen.

Der OVX ist ein Volatilitätsindex, der aus den Optionspreisen des United States Oil Fund (USO) berechnet wird und wird von Optionshändlern, Futures-Tradern und Analysten gleichermaßen beachtet. In diesem Artikel lernen Sie, was genau der OVX ist, welchen Mehrwert dieser bietet und wie der Volatilitätsindex für die Analyse genutzt werden kann.

Was ist der OVX?

Der Cboe Crude Oil ETF Volatility Index (kurz: OVX, aufgrund des Ticker-Symbols) misst die vom Markt erwartete kurzfristige Schwankungsbreite (implizite Volatilität) der Erdöl-Preise. Dabei wird die gleiche Methode angewandt, mit der auch der VIX berechnet wird und es werden die Optionspreise des United States Oil Fund (USO) zur Berechnung des Index herangezogen.

United States Oil Fund (USO)

Der United States Oil Fund ETF mit dem Kürzel USO wurde am 10. April 2006 aufgelegt, mit dem Ziel, den Erdölpreis abzubilden, indem Terminkontrakte (Futures) auf Erdöl (WTI) gekauft und kontinuierlich gerollt werden. Aus diesem Grund entstehen Rollverluste, weshalb ein langfristiges Investment in den USO wenig sinnvoll erscheint. Für den kurzfristigen Handel, oder auch für mittel- bis längerfristige Short-Trades ist der USO hingegen sehr beliebt. Auch die Optionen auf den USO sind sehr liquide handelbar.

Der USO (rot) zeigt aufgrund der Rollverluste langfristig eine deutlich schlechtere Performance als der Erdölpreis (blau) (Screenshot von stockcharts.com)

Interpretation und Analyse des OVX

Der OVX wird auch als „Öl-VIX“ bezeichnet und kann beim Handel und der Analyse von Erdöl ebenso wie der VIX ein nützliches Hilfsmittel sein.

Ein Anstieg im OVX deutet auf eine hohe erwartete Schwankungsbreite (implizite Volatilität) der Erdöl-Preise hin, ein rückläufiger OVX ist hingegen ein Zeichen für eine niedrige erwartete Schwankungsbreite.

Bei der Relation zwischen OVX und den Erdölpreisen gibt es im Vergleich zum VIX und dem S&P 500 allerdings einen wichtigen Unterschied:

Da sich an den Aktienmärkten Marktteilnehmer hauptsächlich gegen fallende Preise absichern und dementsprechend der VIX ansteigt, wenn die Aktienmärkte Kursverluste verzeichnen, kann an den Rohstoffmärkten ein Absicherungsbedürfnis gegen fallend wie auch gegen steigende Preise herrschen, abhängig vom jeweiligen Rohstoff und den aktuellen Marktbedingungen.

Analysiert man das Verhältnis zwischen dem Erdölpreis und der Volatilität bzw. dem OVX genauer, so fällt auf, dass insbesondere in den letzten Jahren ein Volatilitätsanstieg meist mit fallenden Erdölpreisen einherging. Sollte jedoch in Zukunft wieder ein starker Bullenmarkt im Erdöl entstehen (wie bspw. 2007/2008) und ein größeres Bedürfnis nach Absicherungen gegen steigende Preise aufkommen, so ist damit zu rechnen, dass der OVX ebenso bei steigenden Erdöl-Priesen ansteigen kann bzw. wird.