Ratio Put Spread

Der Ratio Put Spread ist eine Optionsstrategie, die von einer moderat bärischen Entwicklung des Underlyings profitiert, und gleichzeitig bei steigenden Kursen ebenfalls einen kleinen Gewinn oder einen nur relativ kleinen Verlust erzielt. Das Risiko besteht hingegen in stark fallenden Kursen. Der Ratio Put Spread besteht aus einer unterschiedlichen Anzahl an gekauften und verkauften Put-Optionen.

Definition Ratio Put Spread

Ein Ratio Put Spread ist eine ist eine Optionsstrategie, die aus einer gekauften Put-Option (Long Put) und mehreren verkauften Put-Optionen (Short Put) mit tieferem Basispreis und gleicher Restlaufzeit besteht. Dabei ist das Verhältnis (Ratio) von Short Puts zu Long Puts meist 2:1 oder 3:1; grundsätzlich kann die Strategie aber auch mit jedem anderen Verhältnis (bspw. 4:1, 3:2, 5:3 etc.) gehandelt werden.

Je nach Wahl der Basispreise und des Ratios, entsteht bei der Eröffnung des Trades ein (meist realtiv geringes) Debit (Kosten) oder ein Credit (Prämieneinnahme).

Der Maximalgewinn entsteht am Verfallstag typischerweise einige Punkte unterhalb des aktuellen Marktpreises. Bei stark fallenden Preisen entsteht jedoch ein Verlust.

GuV Diagramm eines Ratio Put Spreads

Das Gewinn- und Verlust-Diagramm dieses 2:1 Ratio Put Spreads verdeutlicht, dass die Kurszone, wo der Maximalgewinn entsteht, einige Punkte unterhalb des aktuellen Marktpreises liegt. Bei sehr stark fallenden Preisen ist das Risiko nach unten allerdings nicht begrenzt.

Dieser 2:1 Ratio Put Spread auf den E-Mini S&P 500 Future erzielt eine Prämieneinnahme und profitiert somit von steigenden Preisen. Bei moderat fallenden Preisen entsteht ein noch höherer Gewinn. Das Risiko liegt in stark fallenden Preisen.

Worauf ist beim Handel eines Ratio Put Spreads zu achten?

Der Ratio Put Spread kann bspw. eingesetzt werden, um in einem Abwärtstrend auf eine Konsolidierung oder eine baldige Trendumkehr zu spekulieren. Da insb. an den Aktienmärkten der Trade häufig mit einem Net Credit (Prämieneinnahme) eröffnet werden kann, entsteht somit sowohl bei steigenden wie auch bei moderat fallenden Kursen ein Gewinn. Fällt der Markt jedoch stark, ist das Risiko nach unten nicht begrenzt.

Maximaler und realisierter Verlust

Ein Ratio Put Spread ist ein Bear Put Spread mit einem oder mehreren zusätzlichen Short Puts. Fällt das Underlying unter das Kursniveau der Short Puts, so erzielt der Bear Put Spread den Maximalgewinn (Weite des Spreads), der zusätzliche Short Put erzielt allerdings einen Verlust.

Je weiter das Underlying fällt, desto höher wird der Verlust insgesamt, da der Gewinn des Bear Put Spreads den Verlust des zusätzlichen Short Puts nur bis zu einem gewissen Punkt kompensieren kann. Den Verlust am Verfallstag können Sie also berechnen, indem Sie den Verlust des Naked Short Puts ermitteln, und den Gewinn des Bear Put Spreads sowie die eingenommene Prämie davon subtrahieren. (Falls der Trade mit einem Net Debit eröffnet wurde, wird die Prämie addiert)

Maximaler Gewinn

Der Maximalgewinn entsteht, wenn beide Short Puts wertlos verfallen und der Long Put gleichzeitig den größtmöglichen Gewinn erzielt. Dies ist der Fall, wenn das Underlying am Verfallstermin genau auf dem Kursniveau der Short Puts notiert. Dabei entspricht der Gewinn der Weite des Spreads plus eingenommener Prämie (bzw. abzüglich gezahlter Prämie)

Maximalgewinn = Basispreis Long Put – Basispreis Short Put + Net Credit

Oder:

Maximalgewinn = Basispreis Long Put – Basispreis Short Put – Net Debit

Break Even Point

Der Break Even Point lässt sich berechnen, indem man den möglichen Maximalgewinn vom Kursniveau des Short Puts subtrahiert. Dies ist das Kursniveau, auf dem der Verlust des Naked Short Puts durch den Gewinn des Spreads (+ Credit bzw. – Debit) kompensiert wird.

Break Even Point = Basispreis Short Put – Maximalgewinn

FAQ

Bei einem Ratio Put Spread wird eine am Geld liegende (ATM) oder aus dem Geld liegende (OTM) Put-Option gekauft, während gleichzeitig zwei Optionen, die weiter aus dem Geld liegen (niedrigerer Strike) verkauft werden.

Bei einem Ratio Call Spread wird eine Call-Option am Geld (ATM) oder aus dem Geld (OTM) gekauft, während gleichzeitig zwei Call-Optionen verkauft werden, die weiter aus dem Geld (höherer Strike) liegen.

Ein Put ist eine Verkaufsoption. Der Käufer eines Puts, hat das Recht (nicht aber die Pflicht), ein Underlying (Aktie, Future, ETF etc.) zu einem bestimmten Datum zu einem vorab definierten Preis zu verkaufen. Der Verkäufer eines Puts ist der Kontrahent des Käufers und ist verpflichtet, bei einer Ausübung der Put Option, das Underlying zu kaufen und erhält hierfür eine Optionsprämie.

Optionen sind sehr vielseitig und flexibel einsetzbar. Als Optionsstrategie bezeichnet man den Einsatz einzelner oder mehrerer verschiedener Optionen in Kombination, um auf ein bestimmtes Marktszenario zu spekulieren.

Die vier Basis-Optionsstrategien sind: Long Call, Short Call, Long Put und Short Put. Aus diesen Basis-Strategien lassen sich u.a. vertikale Spreads bilden, Straddles, Strangles, Calendar Spreas sowie zahlreiche weitere (teilweise komplexe) Optionsstrategien.