Put Ratio Backspread

Der Put Ratio Backspread ist eine Optionsstrategie, die von stark fallenden Kursen profitiert und gleichzeitig bei steigenden Kursen einen nur sehr geringen Verlust, oder sogar einen kleinen Gewinn generiert. Fällt der Kurs des Underlyings nur leicht, entsteht allerdings ein höherer Verlust. Der Put Ratio Backspread ist eine Kombination mehrerer gekaufter und verkaufter Put-Optionen in unterschiedlicher Menge und mit verschiedenen Basispreisen.

Definition Put Ratio Backspread

Ein Put Ratio Backspread ist eine Optionsstrategie, die aus einer verkauften Put-Option (Short Short) und einer größeren Anzahl an gekauften Put-Optionen (Long Put) mit tieferem Basispreis und gleicher Restlaufzeit besteht.

Häufig wird für den Short Put ein Basispreis in der Nähe des aktuellen Kurses (At The Money) gewählt, und für die Long Puts ein tieferer Basispreis (Out Of The Money). Für eine verkaufte Put-Option werden meist zwei oder drei Puts gekauft, es sind aber auch andere Verhältnisse (Ratios) denkbar.

GuV Diagramm eines Put Ratio Backspreads

Das Gewinn- und Verlust-Diagramm zeigt den möglichen Gewinn/Verlust am Verfallstag. Bei fallenden Kursen muss zunächst eine Verlustzone durchquert werden, bevor der Trade sein Gewinnpotenzial entfalten kann.

Ein Put Ratio Backspread wird gerne als Absicherung gegen stark fallende Kurse eingesetzt, da die Kosten sehr gering sind. Bei nur leicht fallenden Kursen entsteht allerdings ein Verlust.

Worauf ist beim Handel eines Put Ratio Backspreads zu achten?

Ein Put Ratio Backspread ist ein Bull Put Spread mit einem zusätzlichen Long Put (oder mehreren). Je nach Wahl der Basispreise kann die Gewinn- und Verlustzone beeinflusst werden und es entsteht ein Net Credit oder ein Net Debit. Häufig wird für den Short Put ein Basispreis in der Nähe des aktuellen Kurses gewählt, was insb. bei Aktienoptionen, bzw. Optionen auf Aktienindizes oder Aktienindex-Futures meist zu einem Net Debit führt. Um bei einer bärischen Entwicklung des Underlyings einen Gewinn zu erzielen, muss dieses zunächst die Verlustzone und den Break Even Point durchqueren, bevor ein Gewinn entsteht.

Maximaler Verlust

Der maximal mögliche Verlust entspricht der Weite des Spreads, zuzüglich der gezahlten Optionsprämie bzw. abzüglich der eingenommenen Optionsprämie. Der Maximalverlust entsteht, wenn das Underlying am Verfallstermin auf dem Kursniveau der Long Puts notiert. Diese verfallen somit wertlos und der Short Put erzielt einen Verlust.

Maximalverlust = Basispreis Short Put – Basispreis Long Put + Net Debit

Oder:

Maximalverlust = Basispreis Short Put – Basispreis Long Put – Net Credit

Maximaler und realisierter Gewinn

Fällt das Underlying unter das Kursniveau der Long Puts, erzielt der zusätzliche Long Put einen Gewinn, der zunächst den Verlust des Bull Put Spreads kompensiert, bis schließlich der Break Even Point durchschritten wird und der Gesamt-Trade profitabel wird. Je weiter das Underlying fällt, desto höher ist der Gewinn.

Break Even Point

Der Break Even Point lässt sich ermitteln, indem der maximal mögliche Verlust vom Kursniveau der Long Puts subtrahiert wird.

Break Even Point = Basispreis Long Put – Maximalverlust