Poor Man’s Covered Call

Der Covered Call ist eine beliebte Optionsstrategie, um bei einer bestehenden Aktienposition Zusatzeinnahmen zu generieren. Um die Strategie handeln zu können, müssen von der zugrunde liegenden Aktie mindestens 100 Stück gekauft werden, da sich eine Aktienoption auf 100 Aktien bezieht. Bei einem Aktienkurs von bspw. 200 USD würde dies ein Investment von 20 000 USD bedeuten. Wer diesen Betrag nicht aufwenden möchte oder nicht aufwenden kann, findet mit dem Poor Man’s Covered Call eine Alternative, welche weniger Kapitalaufwand benötigt. In diesem Artikel lernen Sie, was ein Poor Man’s Covered Call ist, wann dessen Einsatz sinnvoll ist und worauf es bei dieser Strategie zu achten gilt.

Definition Poor Man’s Covered Call

Der Poor Man’s Covered Call ist eine Optionsstrategie, bei der zunächst eine tief im Geld liegende Call Option mit einer langen Laufzeit gekauft wird. Anschließend wird eine Call Option mit einer kürzeren Laufzeit (in der Regel über dem aktuellen Aktienkurs) verkauft. Die Strategie versucht somit, einen „herkömmlichen“ Covered Call nachzubilden, indem statt einer Aktie ein ITM Long Call gehandelt wird.

Technisch gesehen handelt es sich beim Poor Man’s Covered Call um einen Long Diagonal Debit Spread. Im Vergleich zu einem Covered Call, bei dem 100 Aktien gekauft werden, reduziert sich der Kapitalbedarf bzw. die Margin-Anforderung deutlich. Der Poor Man’s Covered Call eignet sich daher auch für kleinere Konten.

Worauf ist beim Handel eines Poor Man’s Covered Call zu achten

Das Ziel eines Poor Man’s Covered Call ist es, einen Covered Call nachzubilden. Der Long Call soll dabei eine Long-Position in der Aktie „simulieren“. Hierzu ist es notwendig, eine tief im Geld liegende Option zu wählen. Optionshändler orientieren sich hierfür meistens an der Optionskennzahl Delta. Ein Delta von 1 bzw. 100 (Prozent) würde bedeuten, dass das Risikoprofil der Option mit der Aktie identisch ist. Für einen Poor Man’s Covered Call werden häufig Optionen mit einem Delta von 0.9 oder höher gewählt. Grundsätzlich kann jedoch auch ein Long Call mit einem geringeren Delta gewählt werden.

Maximaler Verlust

Das Risiko des Poor Man’s Covered Calls besteht in einem stark fallenden Aktienkurs. Der maximale Verlust tritt auf, wenn die Long Position bis zum Verfallstermin gehalten wird und die Option wertlos (Out Of The Money) verfällt.

Max. Verlust = Optionsprämie Long Call – Optionsprämie Short Call

Maximaler Gewinn

Der maximale Gewinn kann nicht genau ermittelt werden, da die Optionen verschiedene Verfallstermine haben.

Break Even Point

Der genaue Break Even Point kann ebenfalls nicht exakt ermittelt werden. Annäherungsweise kann der Break Even Point ermittelt werden, indem der gezahlte Optionspreis auf den Basispreis des Long Calls addiert wird.