Options-Griechen

Als „Griechen“ werden unter Optionshändlern Kennzahlen bezeichnet, die Rückschlüsse über die Veränderungen des Optionspreises zulassen, in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern. Wer Optionen einsetzen möchte, sollte zumindest ein grundlegendes Verständnis der wichtigsten Options-Griechen (engl. options greeks) besitzen. Die genauen mathematischen Herleitungen und Formeln zu verstehen ist dabei nicht zwingend notwendig. In diesem Artikel lernen Sie, wozu die Griechen bei Optionen verwendet werden, welches die wichtigsten Griechen sind und welche Aussagekraft diese haben.

Was sind die „Griechen“ im Optionshandel?

Die Griechen sind Optionskennzahlen, die mit Hilfe von Optionspreismodellen berechnet werden und nach griechischen Buchstaben benannt sind. Die am häufigsten verwendeten Griechen sind Delta, Gamma, Theta und Vega. Mit diesen vier Kennzahlen lässt sich die Veränderung des Optionspreises in Abhängigkeit von einer Preisänderung des Underlyings (Delta), der Zeit (Theta) und der impliziten Volatilität (Vega) sowie die Veränderung des Deltas bei einer Bewegung des Underlyings (Gamma) berechnen, unter sonst gleichbleibenden Umständen.

Die Griechen finden Sie in der Optionskette im Option Trader der Trader Workstation (TWS). Hierzu müssen Sie ggf. die Spalten anpassen.

Die Options-Griechen (Delta, Gamma, Theta, Vega) im Option Trader der TWS (blaue Spalten)

Delta

Das Delta ist die am häufigsten verwendete Kennzahl und spielt sowohl bei der Auswahl des Basispreises der Option sowie beim Risikomanagement eine wichtige Rolle. Das Delta gibt an, wie stark sich der Optionspreis bei einer Veränderung des Preises des Underlyings um eine Einheit verändert.

Ein Delta von 0,5 bzw. 50 (Prozent) bedeutet beispielsweise, dass der Optionspreis (theoretisch) um 5 Dollar ansteigt, wenn der Preis des Underlyings um 10 USD steigt. In der Realität wird es fast immer Abweichungen geben, da gleichzeitig andere Faktoren den Optionspreis beeinflussen (Zeit, Volatilität) und die einzelnen Griechen jeweils nur die Veränderung unter sonst gleichbleibenden Umständen berücksichtigen können. (Gleichbleibende Umstände gibt es jedoch in der Realität nicht, sondern nur in der Theorie.)

Das Delta wird häufig auch herangezogen, um einzuschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Option im Geld (in the money) verfällt. Auch wenn diese Interpretation akademisch nicht 100 % korrekt ist (hierfür ist gemäß Black-Scholes-Modell die Kennzahl Zeta notwendig), ist es unter Optionshändlern in der Praxis verbreitet, das Delta für diesen Zweck einzusetzen.

Gamma

Das Gamma gibt an, wie stark sich das Delta verändert, bei einer Bewegung des Underlyings um eine Einheit.

Ein Gamma von beispielsweise 0,05 bedeutet somit, dass das Delta einer Option von 0,3 auf 0,35 ansteigt, wenn der Preis des Underlyings um einen Dollar ansteigt.

Theta

Das Theta misst die Veränderung des Optionspreises in Abhängigkeit der Zeit bzw. den Wertverlust einer Option, bei einer Abnahme der Restlaufzeit um einen Tag. Ein Theta von beispielsweise 0,02 bzw. – 0,02 bedeutet, dass der Optionspreis (theoretisch) von 0,5 auf 0,48 fällt, wenn ein Tag vergeht. Auch hier muss der Multiplikator der Option beachtet werden, um den tatsächlichen USD- oder EUR-Wert zu ermitteln. Im Falle einer Aktienoption würde der Wert der Option in diesem Beispiel von 50 USD auf 48 USD fallen.

Vega

Das Vega steht für die Veränderung des Optionspreises in Abhängigkeit der impliziten Volatilität. Die Kennzahl drückt aus, wie stark sich der Optionspreis bei einer Veränderung der impliziten Volatilität um eine Einheit (bzw. um einen Prozentpunkt) ändert. Steigt beispielsweise die implizite Volatilität einer Aktienoption von 30 % auf 31 %, so bedeutet ein Vega von 0,15, dass der Optionspreis um 0,15 USD bzw. um 15 USD (Multiplikator von Aktienoptionen = 100) ansteigt.