Index-Optionen

Neben Aktien, ETFs und Futures, sind Aktienindizes Underlyings, auf welche Optionen gekauft oder verkauft werden können. Abgesehen von einem spekulativen Einsatz verwenden Anleger häufig Index-Optionen, um eine gesamtes Aktienportfolio abzusichern. In diesem Artikel erfahren Sie, was Index-Optionen sind und welche Besonderheiten diese aufweisen.

Was ist eine Index-Option?

Der Käufer einer Index-Option erwirbt das Recht, einen bestimmten zugrunde liegenden Index zu einem bestimmten Preis (Basispreis) zu „kaufen“ (Call-Option) oder zu „verkaufen“ (Put-Option). Der Optionsverkäufer erhält vom Optionskäufer die Optionsprämie und verpflichtet sich im Gegenzug dazu, den Index zu „kaufen“ (Put) bzw. zu „verkaufen“ (Call), falls der Optionskäufer sein Recht wahrnimmt und die Option ausübt.

Besonderheiten von Indexoptionen

Bzgl. der Rechte und Pflichten des Optionskäufers und des Optionsverkäufers gibt es zwischen Index-Optionen und anderen Optionen (bspw. Aktienoptionen oder Futures-Optionen) also keine grundsätzlichen Unterschiede. Allerdings gilt es bzgl. Multiplikator, Abwicklungsmethode und Ausübungsstil einige Dinge zu beachten.

Index-Optionen auf den S&P 500 haben einen Multiplikator von 100, werden bar abgewickelt und der Ausübungsstil ist Europäisch

Multiplikator

Indexoptionen haben keinen einheitlichen Multiplikator. Jedoch beträgt der Multiplikator für die wichtigsten amerikanischen Index-Optionen allesamt 100 USD. Der Multiplikator für den DAX Index beträgt 5 EUR. Der Multiplikator für den Euro Stoxx 50 Index beträgt 10 EUR.

Abwicklungsmethode

Da ein Index nicht physisch gekauft werden kann, werden Index-Optionen (im Falle einer Ausübung der Option) bar abgewickelt/abgerechnet. D.h. die Differenz zwischen Basispreis und aktuellem Punktestand des Index wird mit dem Multiplikator multipliziert und bar verrechnet.

Ausübungsstil

Den Ausübungsstil lesen Sie im Zweifelsfall ebenfalls in den Kontraktdetails der jeweiligen Index-Option nach. Die meisten Index-Optionen unterliegen einem europäischen Ausübungsstil, jedoch gibt es auch Ausnahmen, wie bspw. den S&P 100.

Index-Optionen vs Index-Futures-Optionen

Neben Index-Optionen gibt es zahlreiche Index-Futures, auf welche wiederum Optionen handelbar sind. Diese unterscheiden sich bzgl. Abwicklungsmethode, Ausübungsstil und Multiplikator meist von den Index-Optionen. Daher ist es ratsam, vor dem Handel jeweils einen Blick auf die Kontraktdetails zu werfen.

FAQ

Eine Indexoption ist eine Kauf- oder Verkaufsoption, deren Underlying ein (Aktien-)index ist. Als Händler können Sie Indexoptionen sowohl kaufen als auch verkaufen. Indexoptionen können zur Absicherung eines Aktienportfolios oder zu spekulativen Zwecken eingesetzt werden.

Eine Aktienoption ist eine Kauf- oder Verkaufsoption, deren Underlying eine Aktie ist. Dabei bezieht sich eine Option in der Regel auf eine Stückzahl von 100 Aktien. Aktienoptionen können sowohl gekauft als auch verkauft werden.

Futures-Optionen sind Kauf- oder Verkaufsoption, deren Underlying ein Futures-Kontrakt ist. Futures-Optionen werden häufig von spekulativ orientierten Tradern genutzt und können in Kombination mit Futures oder weiteren Optionskontrakten eingesetzt werden.

Optionen sind Terminkontrakte, genauer gesagt bedingte Terminkontrakte. Das bedeutet, nur ein Kontrahent hat eine Erfüllungspflicht, während der andere ein Wahlrecht besitzt. Es gibt Kauf-Optionen – sog. Call-Optionen (kurz: Calls) – sowie Verkaufsoptionen – sog. Put-Optionen (kurz: Puts).

Optionen sind standardisierte Terminkontrakte und werden an Terminbörsen und Optionsbörsen gehandelt. Dabei unterliegen sie der Aufsicht der jeweilig zuständigen Behörden (Börsenaufsicht). Der Handel ist somit transparent und die Erfüllung von Rechten und Pflichten der Händler ist garantiert.