Dividendenabschlag

Bei Aktien, die eine Dividende ausschütten, kommt es regelmäßig zum sogenannten Dividendenabschlag, welcher in Form einer Kurslücke im Chart der Aktie erkennbar ist. Unter Börsen-Neulingen und Trading-Anfängern herrschen teilweise Fehlannahmen in Bezug auf den Dividendenabschlag, weshalb wir in diesem Artikel die wichtigsten Informationen zusammengestellt haben.

Was ist der Dividendenabschlag?

Als Dividendenabschlag bezeichnet man den aufgrund der Dividendenausschüttung zustande kommenden Kursverlust einer Aktie am Ex-Dividende-Tag (in Deutschland am Tag nach der Hauptversammlung, in den USA am Tag vor dem Record Date).

Warum kommt es zum Dividendenabschlag?

Schüttet ein Unternehmen eine Dividende aus, so verringert sich der Wert der Aktie um den Betrag der Dividende. Aus diesem Grund sind Anleger nicht bereit, am Ex-Tag den gleichen Preis für eine Aktie zu zahlen wie am Vortag, an dem sie noch von der Dividendenausschüttung profitiert hätten.

Der Dividendenabschlag einer Aktie kommt also durch das Verhalten bzw. die Orderanpassungen von Marktteilnehmern zustande und wird nicht durch die Börse o.Ä. veranlasst.

Wann kommt es zum Dividendenabschlag?

Zum Dividendenabschlag kommt es am Ex-Dividende-Tag, kurz: Ex-Tag. Dieser fällt nicht automatisch auf den Tag, an dem die Dividende tatsächlich ausgezahlt wird. Außerdem gibt es von Land zu Land Unterschiede.

In Deutschland wird meist einmal jährlich eine Dividende ausgeschüttet. Der Ex-Tag liegt einen Tag nach der Hauptversammlung des Unternehmens. Die Auszahlung der Dividende erfolgt spätestens am dritten Geschäftstag nach der Hauptversammlung.

In den USA wird die Dividende meist quartalsweise ausgeschüttet. Der Ex-Tag liegt einen Tag vor dem sog. Record Date und liegt zeitlich deutlich vor dem Zahltag der Dividende.

AT&T zahlte am 01.11.2019 eine Dividende aus. Record Date war der 10.10.2019. Der Ex-Tag war der 09.10.2019, an dem es vor Börseneröffnung zum Dividendenabschlag kam, weshalb eine Kurslücke entstand.

Wie hoch ist der Dividendenabschlag?

Der Dividendenabschlag entspricht logischerweise der Höhe der Dividende. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsweise, dass der tatsächlich zustande kommende Kursabschlag bzw. die Kurslücke (zwischen Eröffnungskurs und Schlusskurs des Vortages) exakt der Höhe der Dividende entsprechen muss.

Werden zeitgleich bspw. kursbewegende Nachrichten veröffentlicht, kann dies den Aktienkurs bzw. die Kurslücke am Ex-Tag zusätzlich beeinflussen und zu einer größeren oder kleineren Kurslücke oder sogar zu einem höheren Eröffnungskurs der Aktie führen.

Kann man vom Dividendenabschlag profitieren?

Grundsätzlich ist unter Börsianern bekannt, dass es keinen „free lunch“ an der Börse gibt, was auch in diesem Fall zutrifft. D.h. Aktien am Tag der Dividendenausschüttung zu kaufen oder zu verkaufen etc. bringt keinerlei direkten Vorteil.

Auch in den Optionspreisen der Aktienoptionen werden die Dividendenzahlung und der Dividendenabschlag von Marktteilnehmern eingepreist.

Teilweise ist zu lesen, dass Aktien den Kursverslust am Ex-Tag (Dividendenabschlag) rasch wieder aufholen. Ist dies der Fall, so kann das tatsächlich psychologische Gründe haben, da die Aktie kurzzeitig relativ günstig erscheint. Dies ist jedoch keine allgemeingültige Regel und die Entwicklung des Aktienkurses hängt schlussendlich von anderen Faktoren und dem Gesamtmarktumfeld ab.