Dividende

Die regelmäßige Ausschüttung einer Dividende ist für viele Aktionäre und Investoren mitunter ein Grund, in Aktien zu investieren. Insbesondere in einem Umfeld niedriger Zinsen, wie es seit mehreren Jahren herrscht, wird von der Dividende teilweise als dem „neuen Zins“ gesprochen.

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Teil des Gewinns einer Aktiengesellschaft, welcher an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Höhe der Dividende wird durch die stimmberechtigten Aktionäre auf Vorschlag vom Vorstand auf der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit beschlossen.

Welche Unternehmen zahlen Dividende?

Grundsätzlich kann jede Aktiengesellschaft und deren Aktionäre bestimmen, ob eine Dividende gezahlt wird oder nicht. Auch über die Höhe der Dividende und eine Erhöhung derselben kann ein Unternehmen individuell bestimmen.

Junge Unternehmen mit starkem Fokus auf Wachstum, insbesondere im Technologie-Sektor, schütten in den ersten Jahren oft keine Dividende aus. (Man spricht auch von Wachstums-Aktien bzw. Wachstums-Unternehmen.) So galt bspw. Steve Jobs als Gegner von Dividenden, weshalb Apple viele Jahre keine Dividende ausschüttete. Erst seit 2012 werden kontinuierlich Gewinne ausgeschüttet. (Die Dividende wurde seitdem Jahr für Jahr erhöht.)

Bei langjährig profitablen und etablierten Unternehmen ist hingegen häufiger mit einer regelmäßigen Gewinnausschüttung zu rechnen.

Die Höhe der Dividende und das Dividendenwachstum sind auch abhängig von der Konjunktur und der Gewinnentwicklung bzw. dem Gewinnwachstum eines Unternehmens. Dennoch erhöhen einige Unternehmen Jahr für Jahr die Dividendenausschüttung; auch in Krisenjahren. Ein prominentes Beispiel für solch einen „Dividendenaristokraten“ ist Coca-Cola. Das Unternehmen erhöhte 2019 seine Dividende das 57. Jahr in Folge.

2019 erhöhten 20 der 30 Dax-Unternehmen die Dividende. Unternehmen, die keine Dividende ausschütten, finden sich häufiger im TecDax, MDax und SDax.

Wann wird die Dividende gezahlt?

In Deutschland wird die Dividende in der Regel einmal jährlich ausgeschüttet. Lange Zeit war es üblich, dass die Dividende am Tag nach der Hauptversammlung ausgezahlt wurde. Seit einer Änderung im Aktiengesetz 2017 kann dies aber auch einige Tage später geschehen, spätestens am dritten Geschäftstag nach dem Hauptversammlungsbeschluss.

In anderen Ländern werden die Dividenden durchaus auch häufiger ausgeschüttet. In den USA ist bspw. eine quartalsweise Ausschüttung üblich, wobei einige amerikanische Unternehmen sogar monatlich Dividenden zahlen.

Der Dividendenabschlag

Schüttet ein Unternehmen eine Dividende aus, so kommt es am Tag nach der Hauptversammlung (in Deutschland) zum sogenannten „Dividendenabschlag“ (auch wenn die Ausschüttung erst ein oder zwei Tage später erfolgt). Dieser Tag wird auch „Ex-Dividenden-Tag“ oder „Ex-Tag“ genannt. Die Aktie wird an diesem Tag mit dem Zusatz „ex Dividende“ bzw. „xD“ oder „exDiv.“ gehandelt, was so viel bedeutet wie „ohne Dividende“. Das heißt der Kurs der Aktie reduziert sich um den Betrag der Bruttodividende.

Die Dividendenrendite

Setzt man den Betrag der ausgeschütteten Dividende ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs, so erhält man die Dividendenrendite.

Dividendenrendite in Prozent = Dividende/Aktienkurs * 100

Beispiel: Eine Aktie notiert bei 100 EUR und schüttet eine Dividende von 5 EUR aus. Die Dividendenrendite (in Prozent) beträgt:

5 EUR / 100 EUR * 100 = 0,05 * 100 = 5%

Die Besteuerung von Dividenden

Ob und wie Sie als Aktionär Ihre Dividenden versteuern müssen, ist von Land zu Land unterschiedlich. In Deutschland sind Privatanleger dazu verpflichtet, Dividenden als Einkünfte aus Kapitalvermögen mit der Abgeltungssteuer zu versteuern. (Für Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften gelten abweichende Regelungen.)

Sollten die Dividendeneinkünfte den Sparer-Pauschalbetrag von 801 EUR pro Jahr und Person nicht übersteigen, sind Dividendeneinkünfte für Privatanleger steuerfrei.

Verschiedene Arten von Dividenden

Neben der „normalen“ Dividende, welche in Deutschland üblicherweise einmal jährlich ausgeschüttet wird, gibt es einige weitere Dividendenarten:

Bardividende

Als Bardividende wird diejenige Dividende bezeichnet, die ein Aktionär tatsächlich als Ausschüttung erhält, das heißt nach Abzug der Körperschaftssteuer.

Überdividende

Die Überdividende (auch: Superdividende) ist ein Zuschlag auf die normale Dividende, der auf Vorzugsaktien gezahlt wird.

Vorzugsdividende

Inhaber von Vorzugsaktien erhalten die Vorzugsdividende. Häufig beinhaltet diese eine Dividendengarantie, sowie eine gegenüber den Stammaktien höhere Dividende

Stockdividende (Aktiendividende)

Bei einer Stockdividende (stock = Aktie) – auch Aktiendividende genannt – erhält der Aktionär anstelle der Bardividende zusätzliche Aktien zugeteilt. Steuerlich wird die Aktiendividende gleich behandelt wie eine Bardividende.

Abschlagsdividende

Als Abschlagsdividende (auch: Interims- oder Zwischendividende) bezeichnet man eine Vorauszahlung eines Teils der Dividende. In Deutschland ist die Abschlagsdividende eher unüblich.