Ausschüttungsquote

Die regelmäßige Ausschüttung einer Dividende erfreut nicht nur Aktionäre, sondern dient insbesondere bei Value-Aktien auch als Qualitätsmerkmal. Betrachtet wird meist die Regelmäßigkeit der Ausschüttungen, sowie das Dividenden-Wachstum. Die Ausschüttungsquote ist eine weitere wichtige Kennzahl, die angibt, ob die Höhe der Dividende in einem angemessenen Verhältnis zum Gewinn des Unternehmens steht. In diesem Artikel lernen Sie, was die Ausschüttungsquote ist, wie diese berechnet wird und wie hoch die Ausschüttungsquote eines Unternehmens sein sollte.

Was ist die Ausschüttungsquote?

Als Ausschüttungsquote (englisch: payout ratio) bezeichnet man den Anteil des Jahresüberschusses, der von einem Unternehmen als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet wird.

Berechnung (Formel) der Ausschüttungsquote

Zur Berechnung der Ausschüttungsquote gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Zieht man die ausgezahlten Dividenden in Summe heran und dividiert diese durch den Jahresüberschuss, lautet die Formel:

    Ausschüttungsquote = ausgezahlte Dividenden / Jahresüberschuss x 100 %

  2. Als privater Aktienhändler ist es meist einfacher, die Dividende je Aktie und den Gewinn je Aktie zur Berechnung der Ausschüttungsquote zu verwenden, da diese Zahlen in der Regel schneller zu finden sind. Die Formel lautet:

    Ausschüttungsquote = Dividende je Aktie / Gewinn je Aktie x 100 %

Beispiel: Ausschüttungsquote von Coca-Cola

Coca-Cola gilt als zuverlässiger Dividendenzahler und erhöht seit über 50 Jahren die Dividende Jahr für Jahr. 2019 schüttete das Unternehmen vier Mal eine Dividende aus:

  • 0.1825 USD
  • 0.1925 USD
  • 0.1925 USD
  • 0.1925 USD
Berechnung des Ausschüttungsquote am Beispiel von Coca-Cola

Im gesamten Jahr 2019 betrug die Dividende also 0,76 USD je Aktie. Der Gewinn je Aktie betrug im gleichen Zeitraum 2,11 USD.

Die Ausschüttungsquote für das Jahr 2019 beträgt somit:

Ausschüttungsquote = Dividende je Aktie / Gewinn je Aktie x 100 %

Ausschüttungsquote Coca-Cola = 0,76 USD / 2,11 USD x 100 % = 36,02 %

Weshalb sollte man die Ausschüttungsquote beachten?

Dividendenstrategien wurden insbesondere in den letzten Jahren auch unter Privatanlegern zunehmend beliebter. Ziel dabei ist es, Aktien zu kaufen, die kontinuierlich und zuverlässig eine Dividende ausschütten und diese idealerweise ebenfalls regelmäßig erhöhen.

Zur Beurteilung der Qualität einer Aktie ist es ratsam, nicht nur die Dividende je Aktie und die Dividendenhistorie isoliert zu analysieren, sondern auch die Ausschüttungsquote zu beachten. Somit lässt sich beurteilen, ob die ausgezahlten Dividenden in einem gesunden Verhältnis zum Gewinn des Unternehmens stehen.

Wie hoch sollte die Ausschüttungsquote sein?

Im Deutschen Aktienindex DAX liegt die Ausschüttungsquote der meisten Unternehmen zwischen 30 % – 50 %. Dieser Wert kann als grobe Orientierung einer „gesunden“ Ausschüttungsquote dienen. Da insbesondere junge und innovative Unternehmen (bspw. aus der Tech-Branche) häufig keine oder nur sehr geringe Dividenden ausschütten, da in der Regel mehr Kapital für Reinvestitionen und Wachstum benötigt wird, sollte dieser Wert nur als grobe Orientierung genutzt werden. Bspw. zahlte Apple lange Zeit keine Dividende aus. In den Jahren 2015 bis 2019 betrug die durchschnittliche Ausschüttungsquote von Apple ca. 25 %.

Auch eine sehr hohe Ausschüttungsquote in einzelnen Jahren muss nicht zwangsläufig negativ sein. Gerade Unternehmen, die einen Wert auf den Ruf als „Dividendenaristokrat“ legen, erhöhen die Dividende mitunter auch in Jahren, in denen ein rückläufiger Gewinn zu verbuchen ist. Falls genug „Puffer“ vorhanden ist und die Gewinne im Folgejahr wieder steigend sind, ist das in der Regel kein Problem.

Sollten Sie feststellen, dass die Ausschüttungsquote eines Unternehmens über viele Jahre sehr hoch ist (bspw. über 80% oder sogar über 100 %) kann dies ein Anzeichen dafür sein, dass die hohe Ausschüttung langfristig nicht aufrecht erhalten werden kann und zudem wenig Kapital für Investitionen und Wachstum zur Verfügung steht, insbesondere dann, wenn keine hohen Bargeldbestände vorhanden sind.