In der neuen Handelswoche erwartet Anleger neben der Fed-Sitzung und wichtigen Frühindikatoren die Bundestagswahl am kommenden Sonntag. Zudem wird der DAX erstmals mit 40 Mitgliedern gehandelt werden.

Der „Hexensabbat“ hat am Freitag im DAX für teils unkonventionelle Bewegungen gesorgt. Das Auslaufen von Terminkontrakten, Optionen und Einzelwerte hat die Karten womöglich neu gemischt. Insgesamt ging der Leitindex mit einem Abschlag von rund ein Prozent auf knapp unter 15.500 Zähler aus dem Handel. Damit beläuft sich das Wochenminus auf rund 0,80 Prozent. Auch in den USA gerieten die Börsen kurz vor dem Wochenende unter Druck. Die Anleger spekulieren, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) möglicherweise doch schneller mit der Reduzierung der Anleihekäufe beginnen könnte als gedacht.

„Evergrande“: Sorgen aus China reißen nicht ab

Mit dem finanziell gebeutelten chinesischen Immobilienkonzern „Evergrande“ reißen die Sorgen vor einem zweiten „Lehman-Brothers“ nicht ab. Das Unternehmen sitzt auf einem Schuldenberg in Höhe von mehr als 300 Milliarden Dollar. Seit Anfang des Jahres haben die Aktien um mehr als 85 Prozent eingebüßt. Unter Anleger wächst zusehends die Furcht, dass der Immobilienriese neue Schockwellen rund um den Globus an den Aktienmärkten auslösen könnte.

Fed-Notenbanksitzung am Mittwoch als Wochenhighlight

Während der Montag und Dienstag aus Sicht der Konjunkturagenda unspektakulär ist, geht es zur Wochenmitte im wahrsten Sinne des Wortes zur Sache. Die US-Notenbank Fed wird am Abend ihre zukünftige geldpolitische Marschroute verkünden. Auch wenn eine Veränderung des Zinsniveaus nicht erwartet wird, könnte die Lagebeurteilung einen hohen Einfluss auf die Börsen einnehmen. Anleger dürften die Worte des Fed-Chefs Jerome Powell auf die Goldwaage legen und nach Hinweisen auf das sogenannte „Tapering“ abklopfen. Börsianer rund um den Globus sind sich bislang nicht einig, ob es zu einem Abschmelzen der bestehenden Anleihekäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar kommen wird. Zuletzt hatten die Inflationsdaten der Notenbank weniger Argumente gegeben, den Geldhahn früher abzudrehen als geplant. Die US-Teuerung war im Montag August mit 5,3 Prozent im Jahresvergleich weniger stark angestiegen als im Monat zuvor (5,4 Prozent).

Am Donnerstag blicken Anleger auf den Markit PMI Gesamtindex für Produktion und Dienstleistung. Gegenüber dem Vormonat wird mit einer Verbesserung um 2,20 Einheiten auf 62,20 Punkte gerechnet. Das europäische Pendant wird auf 59,70 Punkte geschätzt (Zuvor: 59,0 Punkte).

Der Einkaufsmanager für das verarbeitende Gewerbe, welcher ein Indikator für die wirtschaftliche Lage des Produktionssektors darstellt, sieht eine Steigerung um 2,40 Punkte auf 65 Zähler vor.

ifo-Daten zum Wochenschluss – Bundestagswahl im Blickpunkt

Am Freitag und damit zum Wochenschluss könnten die ifo-Daten für Bewegung im DAX sorgen. Laut Prognosen vermag der Frühindikator für die Geschäftserwartungen in Deutschland mit 100,40 Einheiten sich wieder über der 100er-Marke zu bewegen. Im Monat zuvor notierte der Wert noch bei 99,40 Einheiten. Insgesamt dürfte sich das Wirtschaftswachstum somit weiter aufhellen.

Angesichts der grassierenden Delta-Variante könnte die Sorge um wirtschaftliche Einbußen im Hinblick auf die anstehenden Herbst- und Wintermonate in den kommenden Wochen aber größer werden.

Auch die am kommenden Sonntag anstehende Bundestagswahl könnte temporär für Unsicherheiten in der laufenden Woche sorgen. Laut aktuellen Umfragen (Stand: 19.09.2021) liegt die SPD mit Olaf Scholz bei 26 Prozent, die Union mit Armin Laschet bei 21 Prozent und die Grünen mit Annalena Baerbock bei 15 Prozent. Auch über den Atlantik hinaus an den US-Börsen wird die Wahl mit Argusaugen beobachtet.

DAX 30 wird zu DAX 40

Der deutsche Leitindex wird heute offiziell zum DAX 40. Damit rücken Unternehmen wie z.B. der Sportartikelhersteller Puma, der Online-Versandhändler Zalando oder das Biotech-Unternehmen Qiagen in die erste Börsenliga auf.