Die bisherige Entwicklung der Berichtssaison dies- und jenseits des Großen Teichs stimmt Anleger auch für die kommende Woche optimistisch. Denn bis dato konnten die Quartalsbilanzen überwiegend mit robusten Zahlen überzeugen, was die Hoffnung auf weitere Überraschungen nährt.

Neben der schwelenden Sorge rund um die anhaltend hohe Inflation könnte indes die Coronavirus-Pandemie wieder stärker in den Vordergrund rücken. Als Wochenhighlight fungiert nicht zuletzt die EZB-Sitzung am Donnerstag.

Frühindikatoren in erster Wochenhälfte – Wirtschaftswachstumsdämpfer möglich

Bereits am Montag wartet mit dem ifo-Geschäftsklimaindex ein vielerorts beachteter Frühindikator für die aktuellen Bedingungen nebst Geschäftserwartungen in Deutschland. Erwartungen zufolge könnte sich der Index per Monatsvergleich um einen Punkt auf 97,80 Zähler eintrüben. Das zuletzt positive Wirtschaftswachstum dürfte somit einen ersten Dämpfer erhalten. Gerade im Hinblick auf die bestehenden Lieferengpässe in der Produktionswirtschaft reißen die Risiken über weitere Ausfälle in den Lieferketten nicht ab.

Während der Dienstag aus Sicht der Konjunkturagenda weniger Relevanz erfährt, blicken Anleger umso stärker auf den Mittwoch.

In den USA werden indes neue Daten zu den Auftragseingängen langlebiger Güter publik, welche im Vergleich zum Vormonat eine Eintrübung um 2,0 Prozentpunkte auf -0,20 Prozent vorsehen. Langlebige Produkte geben insofern einen guten Überblick über den Gesundheitszustand der US-Konjunktur ab, da diese oft mit großen Investitionen verbunden sind.

Die Aufträge nicht militärischer Investitionsgüter ohne Flugzeuge sehen ebenfalls einen Rückgang vor. Erwartet wird im Vergleich zum Vormonat ein stagnierendes Wachstum in Höhe von 0 Prozent. (Zuvor: 0,50 Prozent).

EZB-Sitzung als Wochenhighlight – Inflation und PEPP bleiben Thema

Den Wochenhöhepunkt bildet am Donnerstag die EZB, welche über ihre zukünftige geldpolitische Marschroute entscheiden wird. Während ein Drehen an den berüchtigten Zinsschrauben so gut wie ausgeschlossen ist, dürften Anleger die Ratssitzung nach Hinweisen durch Notenbankchefin Christine Lagarde abklopfen. Auf der Dezember-Sitzung soll eine Entscheidung über die Zukunft des Notfallkaufprogramms Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) getroffen werden, welches in Summe ein Volumen von bis zu 1,85 Billionen Euro vorsieht und bis Ende März 2022 datiert ist.

Für Diskussionen könnte zudem die nach wie vor unbequeme Inflationsthematik sorgen. In den Reihen der EZB ist man sich bislang nicht einig, inwiefern die zukünftige Teuerung sich entwickeln wird. Der Inflationsausblick der EZB sieht für 2022 ein Absinken unter die angestrebte Marke von 2,0 Prozent vor. Diese Meinung teilt aber nicht jeder in den Reihen der EZB.

Nicht zuletzt der angekündigte Rücktritt des noch amtierenden Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann könnte Thema werden.

Die Woche runden am Freitag neue Datensätze zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Deutschland nebst Eurozone ab. Erwartet wird für die Bundesrepublik ein Zuwachs in Höhe von 0,60 Prozentpunkte auf 2,20 Hundertstel im Vergleich zum Vorquartal. Der Wert für die Europa sieht indes eine Verringerung um 0,30 Einheiten auf 1,90 Prozent vor.

Berichtssaison nimmt hierzulande als auch in den USA volle Fahrt auf

In der neuen Handelswoche erwartet Anleger eine eng getaktete Flut an Unternehmenszahlen. Am Mittwoch legen der Chemieriese BASF, das Geldinstitut Deutsche Bank nebst Sportartikelhersteller Puma ihre Zahlen vor. Am Donnerstag folgen u. a. mit dem Flugzeughersteller Airbus, dem Flugzeugbetreiber Lufthansa, dem Triebwerkhersteller MTU, dem Gas-Konzern Linde und dem Autobauer Volkswagen weitere Unternehmen. Am Freitag veröffentlicht der Fahrzeughersteller Daimler aus der ersten Börsenliga seine Zahlen.

In den USA legen in der kommenden Woche bedeutende Unternehmen ihre Quartalszahlen vor: am Dienstag der Softwareentwickler Microsoft sowie Kurznachrichtendienst Twitter, am Mittwoch der Getränkehersteller Coca-Cola, der Autobauer General Motors sowie der Fastfoodriese Mc Donalds Corp. Am Donnerstag präsentieren der Onlineversandhändler Amazon nebst Kaffeekette Starbucks ihre Quartalszahlen für die vergangenen drei Monate.