In der zweiten Handelswoche des Jahres 2022 dürften Anleger vor allem den US-Inflationsdaten Aufmerksamkeit schenken. Die Diskussionen um die zukünftige US-Geldpolitik sollten eines der zentralen Themen bleiben. Bereits in der vergangenen Woche hatten neue Zinssorgen die Märkte zwischenzeitlich auf Talfahrt geschickt.

Zudem dürften die Börsen ersten Unternehmenszahlen entgegenfiebern.

Zinssignale der US-Notenbank dürften bis in die neue mitschwingen

Die jüngsten Signale der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Hinblick auf eine rasche Zinswende haben die Börsen in der vergangenen Woche belastet. Die Unsicherheit über ein forciertes Tempo der geplanten Zinsschritte dürfte Anleger noch eine Weile beschäftigen. Der Währungshüter rechnet mittlerweile mit einer hartnäckigeren Teuerung als angenommen. Ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik scheint somit nur eine Frage der Zeit zu sein.

Gleichzeitig warten Anleger auf weitere Signale der Europäischen Zentralbank (EZB). Direktorin Isabel Schnabel hatte am Wochenende eine Korrektur des geldpolitischen Kurses angedeutet. Laut Schnabel sei die Wende zu grünen Energiequellen mit dem Risiko einer mittelfristig höheren Inflation verbunden.

Veröffentlichung von Daten zu Verbraucherpreisen aus China und den USA am Mittwoch

Aus Sicht der Konjunkturagenda wird es erst am Dienstag mit einer Anhörung des Fed-Chefs Jerome Powell spannend. Anleger dürften die Worte Powells auf die Goldwaage legen und nach Hinweisen auf die zukünftige Geldpolitik abklopfen.

Der Mittwoch steht ganz im Zeichen der Verbraucherpreise aus China und den USA. Im Reich der Mitte rechnet man für den Dezember mit einem Anstieg per Jahresvergleich um 1,80 Prozent. (Zuvor: 2,30 Prozent).

Die Teuerung in den USA könnte sich Schätzungen zufolge auf 7,10 Prozent belaufen und damit um 0,30 Prozentpunkte höher im Vergleich zum Dezember 2020. Bereits im Monat zuvor war der Verbrauchpreisindex auf den höchsten Stand seit 40 Jahren geklettert.

Die US-Erzeugerpreise exklusive Energie & Nahrungsmittel werden am Donnerstag publik. Die Erwartung beträgt in diesem Fall acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. (Zuvor: 7,70 Prozent).

Am Freitag richtet sich der Blick auf die US-Einzelhandelsumsätze und das von Reuters und der Uni Michigan veröffentlichte Verbrauchervertrauen.

Ersteres sieht einen Status quo in Höhe von 0,30 Prozent vor. Letzteres einen Wert von 70,60 Zählern und damit so viel wie im Monat zuvor.

Startschuss für Bilanzsaison hierzulande als auch jenseits des Großen Teichs

Mit Spannung blicken Börsianer indes auf den Startschuss der Bilanzsaison dies- und jenseits des Atlantiks.

Auch wenn erst am 27. Januar die Zahlen des Schwergewichts SAP erwartet werden, sollten bereits Eckdaten für die kommende Woche an die Öffentlichkeit gelangen. Mit dem Online-Modehaus About (Dienstag) und dem Zuckerhersteller Südzucker (Donnerstag) legen erste SDAX-Unternehmen ihre Zahlen vor. Am Donnerstag liefert der Autozulieferer Hella aus dem MDAX neue Zahlen.

Am Freitag startet in den USA die Bilanzsaison mit den Geldhäusern JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo.

Zudem blicken Anleger am Dienstag auf das Unternehmens-Update des BioNTech CEOs Ugur Sahin.