Besser als erwarte Firmenbilanzen haben Anleger an den Börsenplätzen in Frankfurt am Main und an der Wall Street wieder zurück auf das Parkett gelockt. Die positive Dynamik dürfte auch bis in die neue Handelswoche mitschwingen. Der Beginn der US-Bilanzsaison macht offensichtlich Appetit auf mehr. 

Schwelende Belastungsfaktoren bleiben Inflationssorgen und die damit im Zusammenhang stehenden vergleichsweise hohen Energie- und Rohstoffpreise, Engpässe in den Lieferketten und nicht zuletzt der angeschlagene Immobilienmarkt in China.

Gerät die Wachstumslokomotive China ins Wanken? Beige-Book der US-Fed zur Wochenmitte

Bereits am Montag sollten Anleger ihr Augenmerk auf wichtige Konjunkturdaten aus China legen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte sich Schätzungen zufolge um 5,20 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verbessert haben. (Zuvor: 7,90 Prozent). Mit den jüngsten teils rigorosen Corona-Restriktionen im chinesischen Wirtschaftssektor könnten sich damit erste Nebenwirkungen der strengen Maßnahmen mit einer rückläufigen Dynamik des BIPs bemerkbar machen.

Die Einzelhandelsumsätze sollen sich Prognosen nach um 3,30 Prozent im Vergleich zum September 2020 verbessert haben. (Zuvor: 2,50 Prozent). Der Einzelhandelssektor scheint offensichtlich weniger stark von den Corona-Maßnahmen betroffen. Insgesamt könnten die Daten eine wichtige Indikation für den Gesundheitszustand der Wachstumslokomotive China liefern.

Während der Dienstag aus Sicht der Wirtschaftsdaten weniger Relevanz erfahren dürfte, blicken Anleger zusehends auf den Mittwoch, wo neben frischen Zahlen zum deutschen Erzeugerpreisindex am Nachmittag gegen Abend das „Beige Book“ der US-Fed, der sogenannte Konjunkturbericht, wartet.

Am Donnerstag blicken Investoren auf den Philly-Fed-Herstellungsindex, welcher eine Verschlechterung um 4,70 Punkte auf 26 Zähler gegenüber dem Vormonat vorsieht und damit eine Indikation für den Branchentrend im Produktionssektor darstellt. Auch die Tagung des Europäischen Rates sollten Anleger im Blick behalten.

Einkaufsmanager zum Wochenschluss im Blick

Die Veröffentlichung wichtiger Einkaufsmanager für Deutschland, Europa und die USA für den Monat Oktober runden die Woche am Freitag ab. Das deutsche verarbeitende Gewerbe sieht eine Verschlechterung um 1,5 Punkte vor. (Zuvor: 58,40 Einheiten).

Der Markit PMI Gesamtindex hatte sich zuletzt bei 55,50 Punkten bewegt und sieht nun 54 Zähler vor. Für die Eurozone 56,2 (zuvor: 55,2 Einheiten) und die USA 60,7 (zuvor 60,3 Punkte).

Auf deutscher Unternehmensseite berichtet in der ersten Börsenliga die Deutsche Börse am Dienstag über ihr drittes Quartal. Am Mittwoch der DAX-Newcomer Satorius.

In den USA nimmt indes die Bilanzsaison richtig Fahrt auf. Unter anderem warten mit Danone, Kering, Johnson & Johnson, Procter & Gamble und Netflix am Dienstag namhafte Unternehmen.