Im Hinblick auf die anstehenden Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel dürfte der Handel hierzulande als auch an der Wall Street tendenziell in ruhigen Bahnen verlaufen. Viele Händler könnten größere Engagements meiden und ein Teil sollte ihre Bücher bereits geschlossen haben.

Auf dem Börsenparkett sorgen die Coronavirus-Pandemie, die hohen Inflationsraten und die Ergebnisse der jüngsten Fed-Notenbanksitzung nach wie vor für reichlich Gesprächsstoff.

Coronavirus-Pandemie bleibt Dauerbrenner für die Märkte

Die Coronavirus-Pandemie und die damit im Zusammenhang stehenden wirtschaftlichen Sorgen bleiben wohl auch im kommenden Börsenjahr zunächst ein Dauerbrenner für die Märkte. Vor allem mit der neuartigen Virusvariante „Omikron“ stellen sich Anleger zusehends auf größere Unsicherheiten ein. Angesichts rasant steigender Neuinfektionen hat das Nachbarland Niederlande beispielsweise seit Sonntag einen Lockdown bis zum 14. Januar verhängt. Großbritannien hat wegen „Omikron“ den Katastrophenfall ausgerufen. Auch in der Bundesrepublik scheinen weitere Restriktionen nur eine Frage der Zeit zu sein.

Fed bekämpft hohe Inflation – Anleger setzen auf wirtschaftliche Erholung in 2022

Die weiterhin hohe Inflation in den USA als auch in der Alten Welt bereitet den zuständigen Notenbanken Federal Reserve (Fed) respektive Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin Kopfzerbrechen. Die in der vergangenen Woche gestellten Weichen für eine Zinswende seitens der Fed waren in erster Instanz an den Börsen gut angekommen, da der Währungshüter für keine größere Überraschungen gesorgt und gleichzeitig auf eine konjunkturelle Erholung in Aussicht gestellt hatte.

Seitens der EZB rechnet man indes im kommenden Jahr hingegen mit keinen Zinserhöhungen. Vor allem in der Eurozone dürfte die Inflationsentwicklung im Frühjahr auf die Goldwaage gelegt werden.

Daten zum Verbrauchervertrauen für Deutschland, Eurozone und USA in dieser Woche

Aus Sicht der Konjunkturagenda erwarten Anleger in der verkürzten Handelswoche hierzulande ohnehin weniger relevante Daten. Erst am Dienstag rückt mit dem Gfk Verbrauchervertrauen eine potenziell bewegende Kennziffer in den Vordergrund. Die Verbrauchervertrauensumfrage fungiert als ein führender Index für die wirtschaftliche Aktivität. Erwartet wird eine Eintrübung um 0,90 Einheiten auf -2,50 Punkte gegenüber dem Vormonat. Belastend dürfte nicht zuletzt die wieder an Fahrt aufnehmende Coronavirus-Pandemie sein.

Ähnlich könnte sich das Verbrauchervertrauen mit minus acht Punkten für die Eurozone entwickeln. (Zuvor -6,80 Punkte).

Veröffentlichung des US-BIPs zur Wochenmitte

Zur Wochenmitte blicken Börsianer auf Daten zum annualisierten Bruttoinlandsprodukt für die Vereinigten Staaten. Hierbei beträgt die Erwartung 2,10 Prozent und damit so viel wie im Monat zuvor.

Wichtige US-Inflationsdaten am 23. Dezember voraus

Der Kernpreisindex für die persönlichen Konsumausgaben fungiert als das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Erwartet wird eine Steigerung gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,5 Prozent. (Zuvor 4,1 Prozent).

Einen Tag vor Heiligabend rücken außerdem last but not least die Auftragseingänge „langlebiger Güter“ nebst „nicht militärische Investitionsgüter Aufträge ohne Flugzeuge“ auf die Agenda. Während Ersteres eine Verbesserung um 1 Prozentpunkt auf 1,50 Hundertstel vorsieht, sieht Letztere eine Eintrübung um 0,60 Einheiten auf 0,00 Prozent vor.

Vor allem die Investition in langlebige Güter sind mit hohen Kosten verbunden und können vor diesem Hintergrund auf einen positiven Zustand der US-Produktion hinweisen. Auch das jüngst verabschiedete Infrastrukturprogramm der USA durch Präsident Joe Biden könnte hier eine Rolle spielen.

Der Waren- und Dienstleistungssektor könnte angesichts der Virus-Pandemie zunächst wieder etwas leiden.

Für die USA sieht das von Reuters und der Uni Michigan veröffentlichte Verbrauchervertrauen keine Veränderung vor (70,40 Punkte).

Kein Handel in Frankfurt an Heiligabend – Wall Street mit verkürztem Handel

Am 24. Dezember findet in Frankfurt am Main wie gewohnt kein Handel statt. In den USA an der Wall Street können Anleger am verkürzten Börsengeschehen teilnehmen.