In Trippelschritten könnte die Rekordrally am deutschen Aktienmarkt weitergehen. In den USA dürften indes die jüngsten Inflationssorgen und die damit einhergehenden Zinserhöhungsspekulationen wieder in den Hintergrund rücken.

Hierzulande befindet sich die Berichtssaison in ihren letzten Zügen. Der Blick gilt in der kommenden Woche daher vor allem wichtigen Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten nebst China. Auch politische Entscheidungen in puncto Coronavirus-Pandemie sollten Anleger im Auge behalten.

Inflationssorgen lassen nach – Corona-Sorgen könnten wieder Fahrt aufnehmen

Die Inflationssorgen befinden sich zwar nach wie vor nicht aus den Augen und damit aus dem Sinn von Börsianern. Dennoch könnten diese zunächst wieder auf die Nebenbühne rücken. Abzuwarten gilt die zukünftige Entwicklung der US-Wirtschaft nebst Inflation. Bereits in rund vier Wochen und damit auf der letzten Notenbanksitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erwarten Anleger Signale in Richtung einer Zinserhöhung.

Auch in puncto Coronavirus-Pandemie hierzulande könnte es am kommenden Donnerstag spannend werden, wenn Bund und Länder zum Corona-Gipfel zusammenkommen und über neue Maßnahmen angesichts stark steigender Infektionszahlen beraten wollen. Sollten es zu Restriktionen für die Wirtschaft kommen, könnte dies abermals zu Unbehagen am deutschen Aktienmarkt führen. Die Wahrscheinlichkeit dafür gestaltet sich aktuell allerdings eher gering.

Wichtige Einzelhandelsdaten am Montag und Dienstag

Aus Sicht der Konjunkturagenda sollten Anleger am Montag neue Daten zu den chinesischen Einzelhandelsumsätzen auf dem Schirm haben. Während im vergangenen Monat im Vergleich zum Vorjahresmonat noch eine Steigerung um 4,40 Prozent verzeichnet werden konnte, sieht der aktuelle Wert ein Plus von 3,50 Hundertstel vor.

Der Dienstag bringt neue Zahlen zum europäischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) hervor. Gegenüber dem letzten Quartal wird ein Status quo in Höhe von 2,20 Prozent erwartet.

Die Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze am Nachmittag lassen ebenfalls keine Änderung im Vergleich zum Vormonat erwarten. Prognosen zufolge notiert die Steigerung bei 0,70 Prozent und damit weiter unverändert.

EU-Inflationsdaten rücken am Donnerstag in den Mittelpunkt

Der Mittwoch lässt weniger relevante Konjunkturtermine erwarten. Dafür wird am Donnerstag mit der aktuellen Inflationsrate für die Eurozone eine wichtige Kennziffer publik. Erwartungen zufolge soll die Kerninflationsrate (Jahr), welche in der Regel Güter mit stark schwankenden Preisen nicht berücksichtigt, um 0,2 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent steigen. Die Inflationsrate selbst sieht einen Wert in Höhe von 4,1 Prozent vor. In den USA lag besagte Rate im Oktober bei 6,2 Prozent und damit so hoch wie seit 31 Jahren nicht mehr.

Am Freitag runden Daten unter anderem zum deutschen Erzeugerpreisindex die Handelswoche ab. Erwartet wird eine Steigerung um 1,20 Prozent. (Zuvor: 2,30 Prozent).

Am Nachmittag spricht der noch amtierende Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, welche für das Jahresende seinen Rücktritt erklärt hat. Auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde tritt vor die Öffentlichkeit.

Berichtssaison hierzulande läuft aus – Großkonzerne laden zu Investorentagen ein

Unternehmensseitig berichten am Mittwoch der Gebrauchtwagenhändler Auto1 und am Donnerstag der Stahlhersteller ThyssenKrupp über ihre Q3-Ergebnisse. Zu Investorentagen laden RWE am Montag, Siemens Healthineers am Mittwoch und MTU Aego Engines am Donnerstag ein.