In der kommenden Woche müssen sich Anleger auf zahlreiche Impulse einstellen. Neben konjunkturellen Frühindikatoren in der ersten Wochenhälfte warten zur Wochenmitte die US-Notenbanksitzung und am Freitag die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten. Die Berichtssaison erreicht hierzulande indes ihren Höhepunkt.

G20-Gipfel erreicht keine konkreten Einigungen in Klimafragen

Anleger hierzulande als auch jenseits des Großen Teichs sehen sich in der kommenden Woche mit reichlich Bewegungspotential konfrontiert.

Der bereits über das Wochenende vollzogene G20-Gipfel hat keine Einigung über konkrete Klimamaßnahmen hervorgebracht, wie aus dem Entwurf der Abschlusserklärung hervorging. Auch das Ziel der CO2-Klimaneutralität konnte nicht festgehalten werden, welches zuletzt das Jahr 2050 als Zieldatum vorgesehen hatte.

Coronavirus-Pandemie könnte wieder mehr Aufmerksamkeit erfahren

Auch die Coronavirus-Pandemie könnte Anleger in den kommenden Wochen und Monaten wieder stärker umtreiben. Die Gefahr neuer Restriktionen für bestimmte Wirtschaftszweige bleibt vorhanden. In China und Russland wurden beispielsweise jüngst neue Lockdowns angeordnet.

Nicht zuletzt die schwelenden Lieferengpässe in den weltweiten Lieferketten schlagen sich immer mehr in den Geschäftszahlen der Unternehmen wieder. Mit Amazon und Apple haben in der vergangenen Woche zwei bedeutende Schwergewichte Anleger verprellt.

Einkaufsmanager in der ersten Wochenhälfte im Fokus

Aus Sicht der Konjunkturagenda sollten Anleger am Montag neue Zahlen zu den deutschen Einzelhandelsumsätzen im Auge behalten. Erwartet wird gegenüber dem Vorjahr eine Verbesserung um 1,80 Prozent. (Zuvor: 0,40 Prozent).

Wie gewöhnlich zu Monatsanfang werden in der ersten Woche des neuen Monats zahlreiche Einkaufsmanager publik. In den USA sehen Daten zum ISM verarbeitenden Gewerbe eine Verschlechterung um 0,70 Einheiten auf 60,40 Punkte gegenüber dem Vormonat vor.

Am Dienstag rückt mit dem deutschen Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe eine wichtige Indikation für die wirtschaftliche Lage des Produktionssektors in den Vordergrund. Die Erwartung beträgt hier jedoch ein Status quo in Höhe von 58,20 Zählern gegenüber dem Vormonat.

US-Notenbanksitzung zur Wochenmitte – „Tapering“ im Fokus

Zur Wochenmitte werden in den USA wichtige Einkaufsmanager mit dem Markit PMI Index publik, welcher einen Monatsbericht des Industrie- und Dienstleistungssektors abgibt. Dieser weist ebenfalls auf einen Status quo, also auf keine Veränderung im Vergleich zum Vormonat hin. (57,30 Punkte).

Die ADP-Daten liefern den berüchtigten Vorgeschmack auf die am Freitag anstehende Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten. Erwartet werden 400.000 neue Stellen und damit 168.000 weniger als noch im Monat zuvor.

Am Mittwochabend erwarten Börsianer auf der Fed-Sitzung Hinweise in puncto Reduzierung des Anleihekaufprogramms (Tapering). Größere Überraschungen sollte es aber nicht geben.

Der Donnerstag sieht gleichzeitig die Veröffentlichung des Markit PMI Indizes für Deutschland und die Eurozone vor. Beide prognostizieren wie die Daten in den USA keine Veränderung gegenüber dem Vormonat. (52,00 bzw. 54,30 Punkte).

 Zum Wochenschluss erwartet Anleger die bereits angesprochenen US-Arbeitsmarktdaten. Prognostiziert wird ein Stellenaufbau für den vergangenen Monat in Höhe von 425.000 Einheiten. Im Monat zuvor hatten die Daten mit lediglich 194.000 neuen Stellen Anleger noch stark enttäuscht.

Eine erneute Ernüchterung in der Entwicklung der Non-Farm Payrolls (NFPs) dürfte die Zinsfantasien der Anleger drosseln, da die Fed ihre umstrittene Reduzierung der Anleihekäufe doch noch auf die lange Bank schieben könnte.

Berichtssaison hierzulande erreicht Höhepunkt am Donnerstag

Auf der Unternehmensseite berichten am Mittwoch die Bayrische Motorenwerke AG BMW, das Online-Modehaus Zalando und das Pharmazie-Unternehmen Qiagen.

Am Donnerstag legen der Wohnungskonzern Vonovia, der Chemie-Händler Brenntag, HeidelbergCement, die Deutsche Post und der Medizintechniker Siemens Healthliners ihre Quartalsergebnisse vor.

In den USA berichtet unter anderem in dieser Woche am Dienstag das US-Pharmaunternehmen Pfizer nebst T-Mobile US. Am Donnerstag folgt der Impfstoff-Hersteller Moderna.