Mit der grassierenden Coronavirus-Pandemie ist für die Börsen ein Unsicherheitsfaktor von der Nebenbühne zurück auf der Hauptbühne. Hierzulande fürchten Anleger womöglich noch striktere Maßnahmen als bislang von Bund und Länder beschlossen. Die vierte Corona-Welle könnte Europa in großen Teilen indes mit voller Wucht treffen.

Die Hoffnungen auf eine Jahresendrallye dürften sich vor diesem Hintergrund weiter eintrüben, zumal sich die Konjunkturaussichten nicht gerade rosig gestalten.

Konjunkturaussichten eingetrübt – COVID-19, Lieferengpässe und hohe Energiepreise als Belastungsfaktor

Aus Sicht der Konjunkturagenda erwarten Börsianer zum Wochenstart weniger relevante Daten. Der Dienstag ist hingegen mit wegweisenden Konjunkturkennzahlen gefüllt, welche sich tendenziell eintrüben sollten. Mit der Coronavirus-Pandemie, den weltweiten Lieferengpässen und den hohen Energiepreisen im Rücken reißen die Abwärtsrisiken vorerst nicht ab.

Mit dem Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe wird ein Bild für die wirtschaftliche Lage des Produktionssektors Deutschland publik. Erwartet wird eine Eintrübung gegenüber dem Vormonat um 1,10 Einheiten auf 56,70 Punkte.

Der Markit PMI Gesamtindex für Produktion und Dienstleistung sieht ebenfalls eine Eintrübung um 1,0 Punkte auf 53,10 Zähler vor. Das Pendant auf europäische Seite erwartet eine Verschlechterung um 1,10 Einheiten auf 53,10 Punkte.

Für die USA wird ein Plus in Höhe von 0,60 Punkten auf 59 Zähler erwartet.

FOMC-Protokolle zur Wochenmitte

Am Mittwoch rückt auf deutscher Seite der vielerorts beachtete ifo – Geschäftsklimaindex auf die Tagesordnung. Den aktuellen Bedingungen zufolge bleibt eine Prognose gegenüber dem Vormonat um minus einen Punkt auf 96,70 Einheiten nicht weiter verwunderlich.

In den USA warten neben neuen Zahlen zu den Auftragseingängen langlebiger Güter (+0,60 Prozent M/M), das Bruttoinlandsprodukt (+0,10 Prozent M/M) und am Abend das sogenannte FOMC Protokoll der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).

Der Donnerstag steht im Zeichen des deutschen GfK Verbrauchervertrauen und dem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Aktivität soll sich um über 1,20 Punkte auf -0,30 Einheiten eintrüben. Damit würde der GfK-Index nach einem kurzen Ausflug in den Plusbereich im September und Oktober wieder in die Minuszone rutschen.

Das BIP sieht eine Verbesserung um 2,50 Prozent gegenüber dem Vorquartal vor. (Zuvor: 9,8 Prozent). Die Dynamik des Wirtschaftswachstums würde somit wieder deutlich nachlassen.

„Thanksgiving“ dürfte für ruhige zweite Wochenhälfte sorgen

Last but not least könnten US-Anleger am Donnerstag angesichts von „Thankgsgiving“ in ein langes Wochenende übergehen, nicht zuletzt, da am Freitag in New York nur ein verkürzter Handel stattfinden wird. Auch hierzulande sollten die Handelsumsätze vor diesem Hintergrund überschaubar bleiben.

Da es Freitag aus Sicht der Konjunkturagenda ohnehin ruhig zugeht, dürften Anleger einen tendenziell entspannten Wochenendspurt erwarten.

Frische Impulse wie in den vergangenen Wochen von der Berichtssaison sollten Börsianer vorerst nicht mehr erwarten, da diese so gut wie abgeschlossen ist. Mit vielen positiven Überraschungen im Gepäck hoffen Anleger weiterhin auf eine Jahresendrallye, welche spätestens seit Freitag vor allem durch die Coronavirus-Pandemie auf wackeligen Füßen steht.