Für den DAX dürfte sich in der neuen Handelswoche viel um die anstehenden Koalitionsverhandlungen drehen. Auch die unsichere Lage rund um den finanziell gebeutelten chinesischen Immobilienkonzern Evergrande sorgt für Gesprächsstoff auf dem Parkett. Aus Sicht der Konjunkturagenda blicken Anleger in dieser Woche hierzulande unter anderem auf die Verbraucherpreise. Auch an den US-Börsen dürfte die Bundestagswahl nicht nur eine Randerscheinung bleiben.

Bundestagswahl: Koalitionsverhandlungen ante portas

Mit einem denkbar knappen Ausgang in den Bundestagswahlen müssen Anleger zu Wochenbeginn rechnen. Am späten Sonntagabend lieferten sich die CDU/CSU und die SPD ein Kopf-an-Kopfrennen, wobei letztere laut Hochrechnungen wenige Prozentpunkte in Führung lag. Auch wenn die Börsen in der Vergangenheit zuletzt positiv auf Regierungswechsel reagiert haben, ist die zukünftige Regierung alles andere als in trockenen Tüchern. Investoren sollten mit einer erhöhten Volatilität in den kommen Tagen rechnen. Eine Regierungsbildung könnte sich als eine Marathon-Aufgabe erweisen.

Evergrande bleibt Unsicherheitsfaktor für die Märkte

Der finanziell gebeutelte Immobilienriese Evergrande hat in der vergangenen Woche die Frist für eine erwartete Zinszahlung nicht wahrgenommen. Die Sorge vor einer Insolvenz ist damit womöglich so groß wie nie zuvor. Insgesamt hatte Evergrande versprochen, Zinsen im Umfang von 83,5 Millionen Dollar für eine Anleihe aus Übersee zu begleichen. Damit beginne automatisch eine 30-tägige Zahlfrist, heißt es. Zuletzt konnten für einen in China ansässigen Bond Zinsen beglichen werden, was die Hoffnungen auf eine Rettung des Konzerns wieder genährt hatte.

Nach wie vor bleiben Anleger somit hin- und hergerissen zwischen der Hoffnung auf eine Rettung der chinesischen Regierung in letzter Sekunde und der Sorge vor eine Pleite des Unternehmens.

Konjunkturagenda bleibt überschaubar – Deutsche Inflationsdaten und Einzelhandelsumsätze als Highlight

Aus Sicht der Konjunkturagenda warten am Montag frische Daten zu den Auftragseingängen langlebiger Güter in den USA. Erwartungen zufolge beträgt der Wertzuwachs für den Monat September 0,60 Prozent gegenüber dem Vormonat (-0,10 Prozent). Da langlebige Produkte oft mit großen Investitionen verbunden sind, geben diese einen Zustand der Aktivität der US-Produktion wieder.

Am Dienstag rückt das berüchtigte GfK Verbrauchervertrauen für die deutsche Seite in den Mittelpunkt, welcher die wirtschaftliche Aktivität misst. Schätzungen nach könnte sich der Index um 0,70 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat (-1,20 Prozent) eintrüben.

Deutsche Verbraucherpreisdaten und US-BIP am Donnerstag in der zweiten Wochenhälfte im Fokus

Während der Mittwoch weniger die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten vorsieht, rückt am Donnerstag der harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland in den Mittelpunkt. Gegenüber dem Vorjahr (4,2 Prozent) wird mit einer Preissteigerung um 3,9 Prozent gerechnet.

Auch die finale BIP-Wachstumsrate aus den USA für das zweite Quartal gilt es zu beachten. Gegenüber dem Vorquartal (6,6 Prozent) wird eine Steigerung um 6,3 Prozent erwartet.

Am Freitag werden mit den Einzelhandelsumsätzen für Deutschland eine bedeutende Kennziffer für den Einzelhandelssektor publik, welcher kurz- bis und mittelfristig die Wertentwicklung des Einzelhandels misst. Gegenüber dem Vormonat (-0,30 Prozent) wird mit einer Steigerung um 3,70 Basispunkte gerechnet.

Mit den DAX-Unternehmen BASF (Montag) und Covestro (Dienstag) laden in dieser Woche zwei Chemiekonzeren zudem zu Investorentreffen ein.