Die Erleichterung über die jüngste US-Geldpolitik sowie starke Ergebnisse der Unternehmen in der Berichtssaison haben dem Deutschen Leitindex und dem S&P 500 in der vergangenen Woche neue Höchststände beschert. Auch in der neuen Handelswoche könnte die Rekordlaune weiter anhalten, sollten die Inflationsdaten Anleger nicht auf dem falschen Fuß erwischen.

Fed-Sitzung und Berichtssaison ist Wasser auf die Mühlen der Anleger

Die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nehmen Investoren bis heute mit großer Erleichterung auf. Der verkündete Startschuss für das „Tapering“ hatte die Märkte nicht aus ihrem Gleichgewicht gebracht, da dieser mehr oder weniger im Vorfeld erwartet wurde. Zudem bedeutet eine Normalisierung der Geldpolitik nicht zwingend eine restriktive Haltung. Von hoher Bedeutung könnte die letzte Fed-Sitzung des Jahres in rund fünf Wochen werden. Sollte die Fed an den Zinsschrauben drehen, könnte dies zu Unbehagen an den Aktienmärkten führen. Vor diesem Hintergrund sollten Börsianer die Entwicklung der US-Wirtschaft nebst Inflation im Auge behalten, zumal der Währungshüter ein besonderes Auge auf den Gesundheitszustand wirft und seine zukünftigen Entscheidungen in der Geldpolitik unter anderem davon abhängig machen will. Denn mit den jüngsten positiven US-Arbeitsmarktdaten wurde der Fed wieder ein Argument mehr in den Korb gelegt, eine restriktivere Haltung einzunehmen.

Wenige Konjunkturdaten in dieser Woche – Hochspannung am Mittwoch vor Inflationsdaten

Während der Montag aus Sicht der Konjunkturagenda weniger Relevanz erfährt, sollten Anleger umso mehr auf den Dienstag blicken. Mit der ZEW-Umfrage werden Konjunkturerwartungen veröffentlicht, welche die institutionelle Anlegerstimmung widerspiegeln. Erwartet wird eine Eintrübung um 3,30 Einheiten auf 19 Punkte.

Der Mittwoch steht indes ganz im Zeichen der Inflationsdaten aus China, Deutschland und den USA.

Erwartet wird im Reich der Mitte ein Anstieg der Verbraucherpreise um 1,40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. (Zuvor: 0,70 Prozent).

Für die Bundesrepublik wird im gleichen Zeitraum eine Steigerung um 4,60 Hundertstel und damit so viel wie zum Zeitpunkt zuvor erwartet.

Mit großer Spannung dürften Anleger auf die US-Verbrauchpreise blicken. Erwartet wird ein Plus von 5,30 Prozent (Jahr). Im September wurden noch 5,40 Prozent ausgewiesen.

Auch am Donnerstag stehen weniger relevante Ereignisse an. Am Freitag werden neue Daten zum Verbrauchvertrauen von Reuters und der University of Michigan veröffentlicht. Diese stellen eine personenbezogene Erhebung des Verbrauchervertrauens in Bezug auf die wirtschaftliche Aktivität dar. Erwartet werden 72,5 Punkte und damit 0,80 Einheiten mehr im Vergleich zum Vormonat.

Berichtssaison hierzulande ruft zum Endspurt

Während der Konjunkturdatenkalender überschaubar bleibt, blicken Anleger auf die letzten Züge der Berichtssaison. Am Dienstag berichtet das Mainzer-Unternehmen BioNTech. Am Mittwoch legen der Sportaustatter Adidas, das Versicherungshaus Allianz, der Energierise E.on, der Chipfabrikant Infineon, der Automobilzulieferer Continental sowie der Energietechnik-Konzern Siemens Energie ihre Q3-Zahlen vor.

Am Donnerstag folgen der Essenlieferdienst Delivery Hero, der Energiekonzern RWE nebst Technikriese Siemens. Last but not least berichtet die Deutsche Telekom am Freitag zum Wochenabschluss über das jüngst abgelaufene Quartal.

In den USA legt am Montag der Zahlungsdienstleister PayPal seine Zahlen vor.