Die Inflationssorgen und die damit verbundenen steigenden US-Zinsen dürften auch in der kommenden Woche Dreh- und Angelpunkt für die Börsen bleiben. Die Hoffnung auf weitere Fortschritte in der laufenden Impfkampagne und nicht zuletzt die Aussicht auf eine rasche Wiederbelebung der durch COVID-19 gebeutelten Wirtschaft könnte die jüngsten Schaukelbörsen in die nächste Runde schicken.

Während die überraschend robusten US-Arbeitsmarktdaten nur kurzzeitig für Rückenwind sorgen konnten, dürfte das vielerorts diskutierte und gleichzeitig langersehnte US-Konjunkturprogramm zu Wochenbeginn für frische Impulse sorgen. Am Samstag hatte der US-Senat bekannt gegeben, dem neuen Konjunkturpaket im Umfang von 1,9 Billionen Dollar zuzustimmen.

DAX dürfte weiterhin um 14.000-Punkte-Marke pendeln

Für die DAX-Anleger dürfte in der neuen Börsenwoche der Kampf um die psychologische 14.000-Punkte-Marke weitergehen. Nach Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten und im positiven Kielwasser der Wallstreet gelang dem DAX zuletzt wieder der Sprung über besagte mentale Hürde. Der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten hatte sich mit 465.000 neu geschaffenen Stellen besser gezeigt als erwartet (+182.000 Stellen). Ein positives Signal gaben zudem die Stundenlöhne ab, welche sich gegenüber dem Vormonat um 0,20 Prozent verteuerten. Das Licht am Ende des Tunnels scheint damit näher zu rücken, doch nach wie vor dürften viele Millionen Arbeitsplätze fehlen. Den Anlegern leuchtet nach wie vor ein, dass der Weg zurück zu einer wirtschaftlichen Normalität lang und steinig sein wird.

Rendite der 10-jähriger US-Staatsanleihen bereitet Notenbankern Sorgenfalten – EZB-Entscheidung am Donnerstag

Auch die Sorge um weitere Inflationswellen haben sich in der vergangenen Woche abermals bemerkbar gemacht. Zuletzt kletterte die Rendite der zehnjährigen US-Staatspapiere auf ein Ein-Jahres-Hoch. Auch in der kommenden Woche dürften die Zinssorgen wieder verstärkt in den Blickpunkt der Anleger rücken, zumal mit der am Donnerstag anstehenden Zinssatzentscheidung eine verbale Intervention durch EZB-Chefin Christine Lagarde denkbar ist. Lagarde dürfte alles daransetzen, dass die Zinsen nicht weiter steigen. Ihr Kollege Jerome Powell, Chef der US-Fed, war in der vergangenen Woche daran gescheitert, die Märkte zu beruhigen. Powell sagte, dass er den jüngsten Anstieg der Zinsen nicht als Argument betrachte, um von der „billigen“ Geldpolitik abzuweichen. An den Zinsschrauben dürfte die Europäische Zentralbank nicht drehen. Das Rekordzinstief von null Prozent und der Einlagenzins für Banken im Umfang von minus 0,50 Prozent dürfte seinen Status quo beibehalten.

Konjunkturdaten im Blickpunkt – Berichtssaison geht dem Ende zu

Bereits heute sorgt frisches Zahlenwerk zur deutschen Industrieproduktion für Aufmerksamkeit. Angesichts einer anziehenden Inflation und nicht zuletzt wegen steigender Zinsen könnten die Daten ihre positive Kehrseite zeigen.

Am Dienstag gerät das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone in den Blickpunkt. Prognosen zu Folge soll ein Status quo gegenüber dem Jahr bzw. Quartal von minus fünf und – 0,60 Prozent auf dem Papier stehen.

Die zweite Wochenhälfte runden die bereits erwähnte EZB-Notenbanksitzung nebst Zinssatzentscheidung, die Industriedaten für die EU (-1,60 vs. 0,20 Prozent) und der deutsche harmonisierte Verbraucherpreisindex (Status quo: 1,60 Prozent) ab.

Auf Unternehmensseite veröffentlichen neben der Deutschen Post der Hannoveraner Automobilzulieferer Continental und der Sportmode-Hersteller Adidas seine Jahreszahlen.

S&P 500: US-Konjunkturpaket dürfte für Gesprächsstoff sorgen

Dass das US-Konjunkturpaket dem von Präsident Joe Biden vorgeschlagenen Konjunkturpaket zur Heilung der Corona-Krise zugestimmt hat, dürfte zu Wochenbeginn alles andere als auf taube Ohren stoßen. 1.400 Dollar Einmalzahlung für zahlreiche Bürger, Corona-Tests, Impfungen und Arbeitslosenhilfe umfassen das Paket. Insgesamt 1,9 Billionen Dollar oder rund 1,6 Billionen Euro will sich die Regierung das Maßnahmenbündel kosten lassen. Am kommenden Dienstag muss lediglich noch im Repräsentantenhaus abgestimmt werden. Ein Durchwinken des Pakets gilt hier aber als nahezu „sicher“, da die Demokraten die Mehrheit halten. „Das wird für so viele Menschen so einen großen Unterschied machen“, sagte Biden. „Dieser Plan bringt uns auf den Weg, das Virus zu besiegen“, sagte er.

Insgesamt entspricht das Paket etwa zehn Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung. Für die Anleger dürften weitere Liquiditätsschwemmen weiteres Wasser auf die Mühlen sein. Auch wenn bereits im Vorfeld mit dem Paket gerechnet wurde und somit ein großer Teil bereits eingepreist sein sollte, dürften Investoren die Entscheidung begrüßen.

Inflationssorgen bleiben auch in den USA weiter Thema

Am Freitag war es US-Finanzministern Janet Yellen, welche mit dem Versuch der Beruhigung der Anleihemärkte scheiterte. „Ich sehe nicht, dass die Märkte erwarten, dass die Inflation über das Inflationsziel von zwei Prozent steigt, das die Fed als durchschnittliche Inflationsrate auf längere Sicht hat“, sagte Yellen. Laut Yellen seien höhere Renditen an den Anleihemärkten ein Zeichen dafür, dass die Marktteilnehmer eine rasche Erholung der Wirtschaft erwarten und keine Inflation.

Die Inflationssorgen dürften somit weiterhin Thema bleiben, welche jederzeit das Potenzial besitzen, die Aktienmärkte in den Keller zu schicken.

Vor diesem Hintergrund dürften die zur Wochenmitte veröffentlichten Daten zum Verbraucherpreisindex ein großes Thema werden. Gegenüber dem Vormonat wird mit einer Steigung um 0,20 Prozentpunkte gerechnet. Am Freitag runden Daten zum Verbrauchervertrauen, welches von Reuters und der Uni Michigan veröffentlicht wird, die Handelswoche ab. Laut Schätzungen könnten diese sich um 1,2 Prozent aufgehellt haben, was nicht zuletzt auch eine höhere wirtschaftliche Aktivität schließen lässt.

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