Für die Anleger hierzulande dürfte in der neuen Handelswoche die Thematik rund um die Coronavirus-Pandemie wieder verstärkt Beachtung finden. Die zuletzt wieder anziehenden Infektionszahlen nähren die Furcht vor einer Rückkehr schärferer Restriktionen. Dabei spielt auch das schleppende Tempo in der Impfkampagne eine Rolle, auch wenn das Vakzin von AstraZeneca bereits wieder verimpft wird. Für den Bund-Länder-Gipfel am heutigen Montag sieht eine erste Beschlussvorlage vor, dass der Lockdown bis in den April hinein gehen könnte. Neben einer Fülle an Konjunkturdaten dürfte auch eine Index-Änderung zu Wochenbeginn für Gesprächsstoff sorgen. An den US-amerikanischen Börsenplätzen sorgt hingegen das Zinsgespenst wieder verstärkt für Unruhe. Die Rendite zehnjähriger Staatspapiere kletterte zuletzt auf ein 14-Monats-Hoch bei über 1,725 Prozent. Damit kreiert das jüngst verabschiedete US-Konjunkturpaket in Höhe von 1,9 Billionen Dollar die ersten negativen Begleiterscheinungen an den Märkten.

DAX 30: Konsolidierungstendenzen könnten zunehmen

Mit der nach wie vor grassierenden Coronavirus-Pandemie rückt für die DAX-Anleger wieder einer der nach wie vor schwelenden Belastungsfaktoren in den Vordergrund. Bund und Länder könnten bereits heute eine Verlängerung des Lockdowns bis nach Ostern respektive in den April hinein verkünden. Die zuletzt gestiegenen Infektionszahlen und die vielerorts überschrittene Inzidenz-Marke von 100 zwingt die Politiker zum Handeln. Während in diesem Kontext die Hoffnung auf weitere Lockerungsschritte zunichtegemacht werden, dürften bereits bestehende Öffnungen wie etwa im Einzelhandel wieder hinfällig sein.

Auch die Inflationsfurcht, welche sich zuletzt deutlich bei den Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen abbilden ließ, dürfte die Anleger zusätzlich nervös stimmen, da anziehende Renditen höhere Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen zur Folge haben können.

Im Kielwasser einer nervösen Wallstreet dürfte auch in Frankfurt das Fahrwasser grundsätzlich unruhig sein.

Einkaufsmanager und Verbraucherstimmung voraus

An der Konjunkturfront bilden zur Wochenmitte die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe eines der Highlights ab. Der wirtschaftliche Produktionssektor könnte sich laut dem Herausgeber Markit Economics um 0,20 Punkte bis auf 60,90 Zähler erhöhen. Eine Lesung über 50 signalisiert in diesem Fall eine Expansion. Der Markit PMI Gesamtindex für die Produktion und Dienstleistung, welcher auf einer Umfrage unter einer Vielzahl von Führungskräften basiert, dürfte sich ebenfalls aufhellen. Laut Schätzungen könnte sich dieser von 51,10 Punkten auf 51,80 Einheiten nach oben bewegen.

Auch wenn sich die Verbraucherstimmung langsam verbessern dürfte, sollten das am Donnerstag veröffentlichte Gfk-Sentiment mit minus 11,80 Punkten immer noch den wirtschaftlichen Abschwung unterstreichen. Am Freitag signalisieren die ifo-Geschäftsaussichten einen möglichen Hoffnungsschimmer auf ein Heranrücken des Lichts am Ende des Corona-Tunnels. Der viel beachtete Index könnte sich gegenüber dem Vormonat leicht aufhellen.

Auch eine Index-Änderung tritt zu Wochenbeginn in Kraft. Das Elektro- und Energietechnik Unternehmen Siemens Energy schmeißt den Konsumgüterkonzern Beiersdorf aus dem DAX. In der ersten Börsenliga legen am Mittwoch der Energieriese Eon und am Donnerstag Deutsche Wohnen ihre Jahreszahlen vor.

S&P 500: Zinsfurcht lässt grüßen

Das in der vorletzten Woche verabschiedete Konjunkturpaket in Höhe von 1,9 Billionen Dollar respektive 1,6 Billionen Euro ist für die Börsen nach wie vor Fluch und Segen zugleich. Während Anfang der Woche die Liquiditätsschwemme noch vielerorts begrüßt und mit Zukäufen an den Aktienmärkten honoriert wurde, sorgten in der zweiten Wochenhälfte steigende Renditen wieder für kalte Füße bei Anlegern. Für die Investoren könnte das Ausmaß der Hilfeleistungen für die gebeutelte Corona-Wirtschaft doch zu viel des Guten gewesen sein. Die Inflationssorgen haben somit erneut Nahrung erhalten.

An der Impffront wächst die Zuversicht vor einer baldigen Immunisierung gegen das Coronavirus. In den Vereinigten Staaten haben bereits 33 Prozent Menschen ihre erste Impfdosis erhalten, während im Vergleich in der Bundesrepublik Deutschland rund 8,7 Prozent der Bevölkerung als geimpft gelten. Auch wenn die Anzahl der Corona-Todesfälle zuletzt wieder gesunken ist, hat sich die Kurve der Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten lediglich leicht abgeflacht. Vereinzelt wurden in den Bundesstaaten Lockerungsschritte durch die jeweils zuständigen Gouverneure angeordnet. Summa summarum: Ein Ende der Pandemie ist trotz der Impferfolge auch lange noch nicht in Sicht, zumal die wirtschaftlichen Kollateralschäden nach wie vor nur schwer zu beziffern sind.

Banken-Titel unter Druck

Unter Druck gerieten zuletzt die Banken-Titel wie etwa die von JP Morgan, der Citigroup oder der Bank of America. Der US-amerikanische Währungshüter Fed will seine Lockerungen der Kapitalanforderungen für Geschäftsbanken zum Monatsende auslaufen lassen, welche im vergangenen Jahr zur Pandemie-Bekämpfung eingeführt wurden. Vor diesem Hintergrund werde die Verschuldungsquote angepasst. Auch in dieser Woche dürfte diese Entscheidung weiter mitschwingen.

Zahlreiche Notenbanker kommen in dieser Woche zu Wort

Aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders hält Fed-Chef Jerome Powell von Montag bis Mittwoch jeweils eine Rede. Anleger dürften die Worte Powells im Hinblick auf mögliche Signale hinsichtlich der zuletzt stark anziehenden Rendite zehnjähriger Staatspapiere abklopfen. Weitere Notenbanker-Kollegen werden in diese Woche folgen.

Konjunkturelle Frühindikatoren und US-BIP im Blickpunkt

Die Wochenmitte steht ganz im Zeichen der Veröffentlichung des Markit PMI Indizes, welcher eine knappe Verschlechterung aufweisen könnte. Die Auftragseingänge langlebiger Güter sowie nicht militärische Investitionsgüter nehmen ebenfalls eine hohe Priorität ein.

Das annualisierte Bruttoinlandsprodukt bildet am Donnerstag den Höhepunkt ab, welches mit 4,10 Prozent dem Status quo aus dem Vormonat gleichkommen könnte. Den Wochenschluss bildet das von Reuters und der Uni Michigan herausgegebene Verbrauchervertrauen, welches eine knappe Erholung signalisiert.

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