Die Enttäuschung über die jüngsten Arbeitsmarktdaten vom Freitag dürften mit in die neue Handelswoche mitschwingen. Als Wochenhighlight dürfte dabei die am Donnerstag stattfindende EZB-Sitzung fungieren. Am Montag bleiben die Börsenpforten in den USA jedoch zunächst geschlossen, sodass Impulse vorerst Mangelware sein könnten. Hierzulande blicken Anleger auch auf die Index-Reform im DAX.

US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen – Zinserhöhungsspekulationen erhalten Dämpfer

Die US-Arbeitsmarktdaten für den Monat August haben am Freitag Anleger rund um den Globus aufhorchen lassen. Mit einem Zuwachs von lediglich 235.000 neuen Stellen wurden die Erwartungen in Höhe von 750.000 Einheiten weit verfehlt. Gleichzeitig nährt diese Entwicklung jedoch die Gedankenspiele der Anleger, dass die US-Notenbank Fed ihre Liquiditätsschwemmen länger zur Verfügung stellt als bislang angenommen. Das im Fachjargon sogenannte „Tapering“, welches als ein Abschmelzen der aktuell bestehenden Anleihekäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar verstanden werden darf, könnte somit fürs Erste wieder vom Tisch sein.

„Labour Day“ – am Montag in den USA – impulsarmer Handel hierzulande möglich

Während der Montag aus Sicht der Konjunkturagenda weniger relevant ist, blicken Anleger damit umso mehr auf den Dienstag, welcher die Veröffentlichung des europäischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) vorsieht. Gegenüber dem Vorjahr wird mit einem Status quo in Höhe von 13,60 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorquartal mit einem Minus von 0,60 Prozent. (Zuvor: 2,00 Prozent).

Die nachlassende Dynamik des BIPs könnte auf Restriktionen angesichts der grassierenden Delta-Variante im asiatischen Raum zurückzuführen sein. Auch der weltweite Chipmangel wie beispielsweise im Automobilsektor bleibt ein Risikofaktor.

Die ZEW-Umfrage, welche ebenfalls am Dienstag auf dem Programm steht, weist zudem auf eine gedämpfte institutionelle Anlegerstimmung hin. (Erwartung 30 Punkte, zuvor: 40,40 Punkte). Die Skepsis für den Monat September könnte angesichts einer neuen Coronavirus-Welle und Fragezeichen über eine Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik der Fed und EZB gewachsen sein.

Auch Daten zur deutschen Industrieproduktion sollten Anleger im Auge behalten, welche im Juni noch zehn Prozent über dem Vorkrisenniveau notierten. Angesichts bestehender Lieferengpässe, welche durch fehlende Rohstoffe forciert werden, sollten sich Anleger auf weitere Unwägbarkeiten einstellen.

Zur Wochenmitte könnte die Veröffentlichung des sogenannten „Beige Book“ der US-Notenbank Fed für Aufsehen sorgen, welches am Abend um 20 Uhr veröffentlicht wird und die aktuelle Lagebeurteilung über die Konjunktur abgibt.

EZB-Sitzung am Donnerstag im Fokus – Anleger erhoffen sich Hinweise in puncto „PEPP“

Der Donnerstag steht folgerichtig ganz im Zeichen der EZB-Sitzung. Während ein Drehen an den berüchtigten Zinsschrauben nahezu ausgeschlossen bleibt, erhoffen sich Anleger weitere Hinweise auf die Fortsetzung des sogenannten Corona-Hilfsprogramms PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme), welches insgesamt 1,85 Billionen Euro bis Ende März 2022 vorsieht. Jüngst hatte sich ein österreichischer Notenbanker gegen eine Fortsetzung des Programms ausgesprochen.

Am Freitag rücken mit frischen Zahlen zum harmonisierten Verbraucherpreisindex wichtige Zahlen zum Stand der Dinge in Sachen Inflation in den Vordergrund. Die Erwartung beträgt hier ein Status quo in Höhe von 3,40 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aus Sicht der Berichtssaison öffnet am Donnerstag der US-amerikanische Soft- und Hardwarehersteller Oracle für das erste Quartal seine Bücher.

Neue DAX-Unternehmen stehen fest: DAX 30 wird zu DAX 40

Am späten Freitagabend nach US-Börsenschluss hat die Deutsche Börsen die neue Zusammensetzung des DAX bekanntgegeben:

  • Airbus
  • Zalando
  • Siemens Healthineers
  • Symrise
  • HelloFresh
  • Sartorius
  • Porsche Automobil Holding
  • Brenntag
  • Puma
  • Qiagen

Neben wachstumsstarken Branchen aus der Gesundheits- und Medizintechnik wird auch zusehends der Online-Einzelhandel eine Rolle spielen. Den größten Anteil der Neuzugänge wird der Flugzeug- und Rüstungskonzern mit fünf Prozent Gewichtung haben.