„Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“. Die deutlich schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarkten haben Anleger am Freitag mit großer Erleichterung aufgenommen. Denn damit befinden sich zumindest temporär die Zinsängste aus den Augen und damit aus dem Sinn von Börsianern. Das Frankfurter Börsenbarometer (DAX 30) schloss die vergangene Börsenwoche bei 15.399 Punkten ab. In den USA konnte der Dow Jones Industrial Average am vergangenen Freitag abermals ein neues Allzeithoch erklimmen. Auch der S&P 500 kletterte bei 4.238 Zählern auf einen frischen Höchststand. Die Rekordrallye jenseits des Atlantiks dürfte neben der laufenden Berichtssaison in der kommenden Woche auch vielerorts hierzulande Beachtung finden.

Fortsetzung der Rekordjagd dank nachlassender Zinsfurcht?

Die Sorge vor einer möglichen Überhitzung der US-Konjunktur hat dank schwacher US-Arbeitsmarktdaten wieder an Dynamik verloren. Im April waren lediglich 266.000 Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft geschaffen worden. Die Erwartungen hatten im Vorfeld bei 978.000 Einheiten gelegen. Vor diesem Hintergrund stieg auch die Arbeitslosenquote erstmals seit einem Jahr wieder von 6,0 auf 6,1 Hundertstel an. Aktuell sind in den USA damit viermal so viele Menschen arbeitslos wie noch im Februar 2020, also vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie in der westlichen Welt.

US-Berichtssaison fungiert weiter als Triebfeder – positiv verlaufende Impfkampagne sorgt nach wie vor für Erleichterung

Dass fast 90 Prozent der S&P-Unternehmen bislang die Erwartungen in der laufenden Bilanzsaison übertroffen konnten, dürfte die jüngsten Rekorde an der Wallstreet begünstigt haben. Auch in der Europäischen Union konnten über 70 Prozent der Unternehmen die Erwartungen toppen.

Neben der gut verlaufenden Impfkampagne in den Vereinigten Staaten, welche die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Coronavirus-Pandemie am Leben hält, sind es ohnehin die Aussichten auf weitere Notenbanker-Schützenhilfen, um der durch COVID-19 lädierten Wirtschaft jederzeit unter die Arme greifen zu können.

Dennoch schwebt über den Köpfen der Anleger angesichts der Gefahr einer möglichen Überhitzung der Konjunktur ein Damoklesschwert. Sollte die US-Notenbank eine zu frühe Zinswende herbeirufen, dürfte dies womöglich für größere Turbulenzen an den globalen Aktienmärkten sorgen. Die Überhitzungserscheinungen könnten somit in Zukunft tendenziell zunehmen, auch wenn sich die Rekordjagd an den hiesigen Börsenplätzen zunächst weiter fortsetzen könnte. Korrekturpotenzial liegt nicht zuletzt in der Saisonalität begründet. Mit der alten Börsenweisheit „Sell in May and go away“ scheinen sich Börsianer wie zuletzt vor einem Jahr nicht anfreunden zu wollen.

Im Blick behalten sollten Anleger die am Dienstag anstehenden Daten zum chinesischen Verbraucherpreisindex. Diese könnten sich Schätzungen zufolge um 0,60 Prozentpunkte auf 1 Prozent gesteigert haben. Ebenfalls rücken auf Bundesebene die ZEW-Konjunkturerwartungen in den Blickpunkt. Die Erwartung im Umfang von 71 Zählern liegt knapp oberhalb des vorherigen Wertes (70,70 Punkte).

Zur Wochenmitte rückt auf der einen Seite der deutsche harmonisierte Verbraucherpreisindex auf die Hauptbühne. Die Erwartung beträgt hier gegenüber dem Vorjahr ein Status quo in Höhe von 2,10 Prozent.

Auf der anderen Seite könnte die US-Teuerungsrate exklusive Nahrungsmittel & Energie gegenüber dem Vorjahr weiter angezogen haben. Hier beträgt die Prognose einen Zuwachs von 0,70 Prozentpunkte auf 2,30 Hundertstel. Die Diskussionen um eine Inflation könnte am Mittwoch somit neuen Auftrieb erhalten.

Den Wochenschluss bilden auf Konjunkturseite die US-Einzelhandelsumsätze und das von Reuters respektive der Uni Michigan publizierte Verbrauchervertrauen. Erstgenannter Wert könnte sich gegenüber dem Vormonat von 9,80 auf 1 Prozent deutlich eintrüben.

Der Verbraucherstimmungsindex in Bezug auf die wirtschaftliche Aktivität vermag sich um 1,20 auf 89,50 Zähler aufzuhellen. Beide Kennziffern könnten auf eine nachlassende Dynamik der Konjunkturerholung hinweisen.

Berichtssaison im Fokus

Bereits heute berichtet das Mainzer-Unternehmen BioNTech von den Geschäftsergebnissen des ersten Quartals. Am Dienstag legt der Energieriese E.on, am Mittwoch die Allianz, Merk, die Deutsche Telekom und der Energieversorgungskonzern RWE sowie Deutsche Wohnung sowie Bayer ihre Quartalszahlen vor.

In den USA berichten am Mittwoch der Dating-App-Betreiber Bumble (Q1) und am Donnerstag Disney (Q2) und AirBnB (Q1) in der „Earnings-Season“.

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