Europas Anleger könnten in der verkürzten Handelswoche weiterhin Engagements am deutschen Aktienmarkt suchen. Die psychologische Marke von 15.000 Punkten liegt abermals in Schlagdistanz. Neue Corona-Sorgen, die Blockade im Suezkanal oder Inflationssorgen könnten aber jederzeit für Ernüchterung sorgen.

An den US-amerikanischen Handelsplätzen dürfte die zuletzt wieder gestiegene Kauflaune sich weiter forcieren. Neben der positiv verlaufenden Impfkampagne locken vor allem robuste Konjunkturdaten die Investoren zurück in die Aktienmärkte.

DAX 30: 15.000-Punkte-Marke im Visier

Die Marke von 15.000 Punkten könnte bereits in der verkürzten Osterwoche fallen. Aufgrund des Feiertags Karfreitag verbleiben Börsianern vier Tage, um den heimischen Leitindex bis zur nächsten 1.000er-Marke zu hieven. Dabei agieren die Anleger vor dem Hintergrund schwelender Marktrisiken sonderbar sorglos. Mit dem wieder an Fahrt aufnehmenden dynamischen Infektionsgeschehen in der alten Welt wächst die Sorge vor neuen Restriktionen und dem damit verbundenen Herunterfahren des deutschen Konjunkturmotors. Bund und Länder dürften möglicherweise in den kommenden Tagen neue Maßnahmen respektive einen kompletten Shutdown des öffentlichen Lebens verabschieden, welcher bis zu zwei Wochen anhalten könnte. Dabei bereitet die britische Mutante namens B.1.1.7 Medizinern vor allen Dingen große Sorgen, da sie als deutlich infektiöser gilt.

Situation am Suezkanal: Kein Ende in Sicht

Auch die Lage am Suezkanal dürfte ein entscheidender Faktor für den Verlauf der Börsenwoche darstellen. Bis dato blockiert eines der größten Containerschiffe der Welt die wichtige Handelsroute in Ägypten. Am Sonntag versuchten Spezial-Helfer einen weiteren Befreiungsversuch, nachdem am Samstag ein kleiner Teil des Hecks freigelegt werden konnte. Die Hoffnung auf eine rasche Befreiung liegt nun auf Schleppern, Baggern und der Flut. Bereits Mitte April könnten auch hierzulande erste Auswirkungen auf die Lieferketten in Industrie und Einkaufsregalen spürbar sein. Andere Schiffe nehmen bereits den 10 Tage längeren Umweg über Südafrika. Unmittelbar schlugen sich die Sorgen vor Engpässen auch beim Ölpreis nieder. Die Rohölsorte WTI notierte zuletzt bei 51,53 Euro pro Barrel und damit 3,47 Prozent fester.

Verbraucherpreisindex und US-Arbeitsmarktdaten im Blickpunkt

Aus Sicht der Konjunkturagenda wird am Dienstag der harmonisierte Verbraucherpreisindex publik. Laut Schätzungen dürfte sich der Index um bis zu 0,40 Prozentpunkte auf zwei Hundertstel gegenüber dem Vorjahr verteuern. Das europäische Verbrauchervertrauen dürfte sich zwar weiter erholen, aber immer noch auf dem tiefsten Stand seit Anfang 2020 verweilen.

Neben der Arbeitslosenquote für die Bundesrepublik, welche weiterhin unverändert bei sechs Prozent notieren dürfte, blicken Anleger auf die stagnierende europäische Teuerungsrate (Erwartung: 0,90 Prozent). Am Donnerstag und damit am ersten Handelstag im neuen Monat April dürften die deutschen Einzelhandelsumsätze weiteren Konjunkturoptimismus schüren. Gegenüber dem Vorjahr wird mit einer Steigerung um 10 Prozentpunkte gerechnet.

Am Freitag haben die Börsenpforten in Frankfurt am Main angesichts des Feiertags „Karfreitag“ geschlossen. Vor diesem Hintergrund könnten Anleger erst am Montag auf die veröffentlichen US-Arbeitsmarkdaten reagieren. 655.000 neu geschaffene Stellen gegenüber 397.000 Einheiten werden erwartet.

Hingegen geht die Berichtssaison nun dem Ende zu. Der Autobauer Daimler, der Konsumgüterkonzern Beiersdorf und der Telekommunikationsdienstleister Telekom laden zur virtuellen Hauptversammlung am Mittwoch ein.

S&P 500: Neue Rekordstände in Sicht – Frühlingsgefühle bei Anlegern

Dem marktbreiten S&P 500 könnte in der kommenden Handelswoche ein neuer Rekordstand blühen. Für gute Stimmung an den US-Börsen sorgten kurz vor Wochenschluss robuste Zahlen zur Verbraucherstimmung. Das von der Uni Michigan erhobene Konsumklima stieg im März auf ein Ein-Jahres-Hoch. Das jüngst verabschiedete billionenschwere Konjunkturprogramm nebst Impfkampagne nährt die Zuversicht auf eine weitere Erholung der Wirtschaft. Präsident Joe Biden hatte jüngst sein ohnehin ambitioniertes Impfziel von 100 Millionen verabreichten Vakzinen in 100 Tagen in seiner Amtszeit noch mal verdoppelt. Jenseits des Atlantiks beflügelt die Hoffnung auf eine rasche Rückkehr zur Normalität respektive einer sich erholenden Konjunktur damit die Börsen.

Anleger setzen weiterhin auf Notenbankpolitik

Fed-Chef Jerome Powell hat in der vergangenen Woche erneut deutlich gemacht, dass die Rückendeckung für die amerikanische Wirtschaft durch die Geldpolitik weiterhin vorhanden sei. Die Fantasie für weitere Corona-Hilfspakete könnte somit neuen Treibstoff erhalten haben. Gleichzeitig wächst aber auch die Furcht vor einer Inflation, was sich zuletzt immer wieder an den steigenden Zinsen der zehnjährigen US-Staatspapiere bemerkbar gemacht hatte.

Grundsätzlich dürfte der Verlass auf weitere Notenbanker-Schützenhilfe die Alternativen gegenüber Anteilsscheinen ausdünnen, sodass die Anleger am Ende des Tages den Weg an die Aktienmärkte finden dürften.

US-Arbeitsmarktdaten als Höhepunkt der Woche

Während die erste Wochenhälfte aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders überschaubar ausfällt, bieten zur Wochenmitte Daten zur ADP-Beschäftigungsänderung den ersten Appetizer auf die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten. Um über 380.000 neu geschaffene Stellen soll sich laut Prognosen die Beschäftigung gegenüber dem Vormonat verändern. Dies wäre ein starkes Signal für eine sich weiter erholende US-Wirtschaft.

Am Donnerstag folgt das ISM verarbeitende Gewerbe und am Freitag die bereits angesprochenen Non-Farm Payrolls. Dabei dürften die Anleger auch auf die Entwicklung der Stundenlöhne nebst Arbeitslosenquote schauen. Beide Werte könnten sich weiter eintrüben, wobei Erstere tendenziell negativ zu bewerten ist, da eine Senkung des Stundenlohns konträr gegenüber steigenden Arbeitsplätzen zu sehen ist.

Mit Walgreens Boots Alliance und Micron Technology veröffentlichen am Mittwoch zwei S&P 500-Unternehmen ihre Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal.

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