Aus Furcht vor einer Inflation angesichts der historischen Geldschwemmen der Notenbanken sind US-Anleger am Donnerstag wieder in Deckung gegangen. Während der techlastige Nasdaq-Index mit rund 3,13 Prozent niedriger bei 12.789 Zähler aus dem Handel ging, schloss der Dow Jones nach Erreichen eines neuen Rekordhochs bei 32.862 Punkten im Minus. Der breitgefasste S&P 500 gab rund 1,5 Prozent auf 3.915 Dollar-Einheiten nach. Auf europäischer Seite müssen sich Anleger nun wieder vermehrt mit der Coronavirus-Pandemie auseinandersetzen. Zudem ist großer Verfallstag.

Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen klettert auf 14-Monats-Hoch

Die Angst vor einer Inflation hat sich unmittelbar in der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen widergespiegelt. Mit einem Stand von 1,745 Prozent erreichte am Donnerstag die Rendite der Staatspapiere den höchsten Stand seit 14 Monaten. Anziehende Renditen bedeuten höhere Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen.

Während das in der vergangenen Woche verabschiedete billionenschwere US-Konjunkturprogramm in Höhe von rund 1,9 Billionen Dollar oder 1,6 Billionen Euro noch für Kauflaune an den globalen Aktienmärkten gesorgt hatte, holt die Realität die Anleger nur weniger Tage später wieder ein. Eine Überdosis an „billigen Geld“ erhöht die Gefahr einer beschleunigten Inflation.

Die Fed bestätigt ihre expansive Geldpolitik

Die US-Notenbank Fed hat zur Wochenmitte ihre ultralockere Geldpolitik bestätigt. Neben dem Zinsniveau, welches nach wie vor zwischen null und 0,25 Prozent verweilt, bleiben die Wertpapierkäufe im Umfang von 120 Milliarden Dollar bestehen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in der vergangenen Woche ebenfalls weitere Liquiditätsschwemmen signalisiert, indem sie das Tempo des Anleihekaufprogramms PEPP erhöhte.

Techwerte unter Druck

Techwerte wie die von Apple, Facebook, Netflix oder Amazon gaben vor dem Hintergrund der Inflationsfurcht bis zu 3,8 Prozent ihres Wertes ab. Die FAANG-Aktien gelten als besonders anfällig, wenn die Furcht vor einer Inflation das Börsenparkett heimsucht. In der Regel büßen die großen Indizes dann ebenfalls sonderbar an Wert ein, da die Tech-Aktien einen großen Einfluss ausüben. Die jüngste Hausse an den Techmärkten gilt zudem als Risikofaktor in den Augen vieler Anleger, da eine Blasenbildung befürchtet wird, welche für weltweite Turbulenzen an den globalen Aktienmärkten sorgen könnte.

DAX 30: Coronavirus-Pandemie wieder im Mittelpunkt

Am großen Verfallstag (Hexensabbat), an dem Terminkontrakte auf Indizes und einzelne Aktien auslaufen, sind Anleger vor größeren Schwankungen nicht befreit. Vermögensverwalter versuchen in der Regel die Kurse in ihre vorteilhafte Position zu lenken.

Nicht zuletzt die Coronavirus-Pandemie könnte wieder auf das Gemüt der Anleger drücken und diese zu Gewinnmitnahmen animieren. Heute wurden laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) über 17.000 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg vielerorts wieder über die Marke von 100, was gleichzeitig weitere Lockerungsschritte verhindern respektive bestehende Lockerungen rückgängig machen dürfte.

Für nach wie vor Aufsehen sorgen zudem die Debatten rund um das Corona-Vakzin von AstraZeneca. Laut der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) könne der Impfstoff weiterverwendet werden, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland jüngst bestätigte. “Der Nutzen der Impfung überwiegt die gegenwärtig bekannten Risiken”, sagte die STIKO. “Die STIKO wird alle zu erwartenden Daten genau verfolgen, fortlaufend prüfen und bewerten.” Der Impfstoff wurde im Laufe der Woche nach vermehrten Komplikationen zwischenzeitlich ausgesetzt.

Der Wochenschluss könnte in diesem Kontext für Anleger turbulent verlaufen. Es sind die hochschnellenden Inflationssorgen jenseits des Atlantiks, die Furcht vor einer dritten Coronavirus-Welle und nicht zuletzt die ohnehin fulminanten Bewertungen an den Aktienmärkten, welche den Griff an den Kassenhebel attraktiv erscheinen lassen.

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