Optimisten und Pessimisten haben sich an den US-Börsen am Donnerstag die Klinke in die Hand gegeben. Während der Dow Jones und der breit gefasste S&P 500 noch mit einem knappen Plus aus dem Handel gingen, schloss der techlastige Nasdaq 100 knapp im Minus. Zum Wochenendspurt könnten die Wallstreet aber wieder gen Norden streben.

Hierzulande peilt der DAX kurz vor dem Wochenende die psychologische Marke von 15.000 Punkten an. Das Frankfurter Börsenbarometer legt am Nachmittag gut 0,66 Prozent auf 14.717 Zähler zu. Dabei spielen vor allen Dingen die Ölpreise eine besondere Rolle.

Wallstreet uneinheitlich – Positiver Wochenendspurt voraus

Die Wallstreet könnte zum Wochenschluss an ihrer jüngsten Erholungsbewegung weiter anknüpfen. Auf der einen Seite blicken die Optimisten auf Konjunkturstimuli nebst Impfmarathon. Auf der anderen Seite rückt die Furcht vor möglichen Steuererhöhungen nebst Inflationsanstieg wieder in den Vordergrund. Die US-Staatspapiere mit einer zehnjährigen Laufzeit entfernten sich zwar in dieser Woche wieder von ihrem 14-Monats-Hoch bei über 1,74 Prozent, doch bereits heute nimmt der Zinsanstieg bei 1,68 Hundertstel wieder Fahrt auf.

Ölmarkt im Blickpunkt

Für Gesprächsstoff sorgten zuletzt anziehende Ölpreisnotierungen, welche durch die Blockade eines Frachters in einer der wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt begünstigt werden. Das Containerschiff „Ever Given“ hängt laut Medienberichten nach wie im Suezkanal fest. Bislang sei nicht absehbar, wann das Schiff befreit werden könne. Eine Befreiung innerhalb von 48 bis 72 Stunden sei denkbar. Der Stau auf einer der weltweit wichtigsten Schifffahrtswege der Welt dürfte den Welthandel beeinträchtigen. Zentrale Lieferketten könnten abreißen und ins Stocken geraten. Diese Unsicherheit macht sich nicht zuletzt auch bei den Ölpreisen bemerkbar. Die US-Rohölsorte WTI notiert aktuell bei 60,11 Dollar und damit 3,03 Prozent fester. Das europäische Pendant (Brent) bei 63,43 Dollar (+2,57 Prozent). Vor dem Hintergrund der Ungewissheit über die weitere Entwicklung im Suezkanal halten sich die Marktakteure bedeckt.

DAX: Inflationssorgen erhalten neuen Nährboden – Coronavirus-Pandemie weiter im Blickpunkt

Auch die Inflationssorgen könnten in diesem Kontext wieder einen neuen Nährboden erhalten. Die Anleger dürften sich somit tendenziell wieder hinter die Seitenlinie und zurück in die Beobachterrolle geben, bis die Transportroute im Suezkanal wieder freigeräumt ist. 

Auch die Coronavirus-Pandemie haben Investoren im Blick. Sollte das Infektionsgeschehen Bund und Länder zu härteren Restriktionen zwingen, welche den deutschen Konjunkturmotor erneut herunterfahren könnte, dürfte dies nicht unbeachtet bleiben. Zuletzt wurden in Deutschland 21.573 Neuinfektionen vom Robert-Koch-Institut (RKI) erfasst. Vor allem angesichts der nach wie vor nur schleppend verlaufenden Impfkampagne dürften die Pandemie-Risiken nicht so schnell verschwinden. In Deutschland gelten 4,4 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft. Im Vergleich weisen die Länder Israel oder die Vereinigten Staaten eine Impfquote von 54,2 bzw. 14,2 Prozent auf.

ifo-Geschäftsklimaindex gibt nur kurzzeitig Schub

Überraschend positive Zahlen zum ifo-Geschäftsklimaindex haben dem DAX am Freitag nur kurzzeitig Rückenwind geben können. Das Institut veröffentlichte einen Zuwachs von 92,7 auf 96,6 Zählern und damit den zweiten Anstieg in Folge. Zuvor wurde lediglich mit einem Plus auf 93,2 Einheiten gerechnet. “Trotz steigender Infektionszahlen startet die deutsche Wirtschaft zuversichtlich in den Frühling”, sagte ifo-Chef Fuest.

Ausblick Wallstreet und DAX

Für die US-Anleger als auch europäische Investoren könnte ein versöhnlicher Wochenabschluss gelingen, auch wenn sich die Gemengelage zusehends in dieser Woche eingetrübt hat. Am Ende des Tages überwiegt immer noch die Hoffnung, dass die Coronavirus-Pandemie schneller überwunden werden kann als bislang angenommen und die wirtschaftlichen Kollateralschäden weniger stark ausfallen, wie im Vorfeld befürchtet. Somit bleibt das Prinzip Hoffnung das Zünglein an der Waage, diesseits als auch jenseits des Atlantiks.

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