Auch wenn mit “COVID-19 2.0” ein Damoklesschwert über den Köpfen der Anleger schwebt, hat die Aussicht auf den Startschuss zu einem Impf-Marathon dies- und jenseits des Atlantiks weitere Verluste an den Aktienmärkten verhindert. Seit heute werden auch hierzulande die ersten Vakzinen an Risikogruppen verteilt.

Nachdem in der vergangenen Woche nun auch der US-Kongress seinen Segen zur Freigabe des langersehnten US-Konjunkturpakets gegeben hat, können Anleger erst einmal durchatmen. Zudem dürfte das jüngste Abkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich Anleger aufatmen lassen. London und Brüssel haben in letzter Sekunde an Heiligabend vor Ablauf der Frist ihren Handelsvertrag für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase vorgelegt. Nur das EU-Parlament muss noch zustimmen, was als sicher gilt.

DAX: Coronavirus-Mutation im Blickpunkt – Aufatmen nach Brexit-Deal

Eine mutierte Variante des Coronavirus in Großbritannien hat Europas Investoren vergangene Woche kalte Füße beschert. Die Börsen stellten sich auf schärfere Restriktionen und einen womöglich längeren Lockdown ein. Der erste Schock darüber scheint aber offensichtlich verdaut. Denn laut Forschern seien bereits vorhandene Impfstoffe auch gegen die neue Corona-Mutation wirksam.

Die Herausforderungen dürften vielmehr nach wie vor bei der so brisanten Impf-Logistik lauern. Verzögerungen des Impfstarts wurden zuletzt durch auftretende Probleme bei der komplexen Kühlung der Vakzinen vermeldet. Zudem sind schlichtweg zu wenig Impfdosen vorhanden. Bis Ende März sollen rund fünf Millionen Menschen in Deutschland geimpft worden sein. Angesichts der begrenzten Produktionskapazitäten dürften diese im kommenden Jahr sukzessive erhöht werden. Vor diesem Hintergrund sollten auch erste praktische Ergebnisse der Impfungen aus Anlegersicht genauer unter die Lupe genommen werden. Für die Märkte bleibt es entscheidend, COVID-19 alsbald unter Kontrolle zu bringen. Weitere Rückschläge sollten hier aber nicht ausgeschlossen werden.

In der kommenden Woche und damit zwischen den Jahren sollte die Volatilität auf dem Frankfurter Börsenparkett überschaubar bleiben. Viele Anleger dürften ihre Bücher für das Jahr 2020 bereits geschlossen haben. Nicht zuletzt das sogenannte „Window Dressing“ könnte für den ein oder anderen Impuls sorgen. Fondsmanager versuchen in der Regel kurz vor Jahresende ihr Portfolio mit besonders gutgelaufenen Aktientiteln zu kaschieren.

Brexit-Deal in trockenen Tüchern

Viereinhalb Jahre sind mittlerweile seit der Brexit-Entscheidung vergangen. Ende Januar 2020 ist das Vereinigte Königreich offiziell aus der Europäischen Union ausgetreten. Durch die Übergangsfrist von 11 Monaten ist jedoch alles so geblieben wie zuvor. Doch am späten Nachmittag des 24. Dezember wurde der langersehnte Vertrag zwischen London und Brüssel vorgelegt. Zwar muss das EU-Parlament noch zustimmen, doch hierbei dürfte nichts mehr anbrennen.

Für die Anleger könnte das Brexit-Abkommen aber jedoch nur ein erster Entwurf bedeuten und somit auch im Jahr 2021 ein schwelender Unsicherheitsfaktor bleiben. Dass der Brexit damit Geschichte ist, sollten wohl die wenigsten Marktakteure glauben. Viele Brexit-Fragen dürften noch nicht beantwortet sein und auch im neuen Jahr für das ein oder andere Kopfzerbrechen bei Investoren sorgen. Auf der Konjunktur-Agenda stehen in der letzten Handelswoche des Jahres 2020 erwartet wenige impulsversprechende Daten an. Die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze am Dienstag dürften aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders bereits das Highlight darstellen.

S&P 500 könnte zum Jahresende noch mal anziehen

Die US-Börsen haben sich kurz vor Weihnachten tendenziell uneinheitlich präsentiert. Der breiter gefasste S&P 500 gab zuletzt 0,2 Prozent auf 3.687 ab. Trotz des großen Wurfs im US-Hilfspaket, welches mit einem Umfang mit 900 Milliarden Dollar die gebeutelte Corona-Wirtschaft stützen soll, ließen sich Anleger nicht aus der Reserve locken. Auf die Stimmung drückten enttäuschende Konjunkturdaten. Die Stimmung der US-Verbraucher ist so schlecht wie seit August nicht mehr.

Auch in der letzten Handelswoche dürfte sich bereits einige Anleger für das Jahr 2021 neu aufstellen und Positionen aufbauen. Die Volatilität dürfte aber ähnlich wie an den europäischen Handelsplätzen überschaubar bleiben. Von der Konjunkturseite her steht auch in den Vereinigten Staaten in der kommenden Woche keine bedeutende Veröffentlichung an.

DAX und S&P 500: Jahresendspurt voraus

Ob die Anleger in der verkürzten Handelswoche sich zu größeren Engagements hinreißen lassen werden, ist weniger wahrscheinlich. Während an Silvester und Neujahr die Börsenpforten hierzulande erneut geschlossen haben, wird an Silvester in den Vereinigten Staaten gehandelt. Von der Unternehmensseite bleibt es ebenfalls ruhig.

Angesichts der Hoffnung auf eine Fortsetzung der Jahresendrallye hierzulande als auch in den USA dürfte die ein oder andere moderate Kletterpartie zu beobachten sein. Bekanntlich verlaufen Jahresendrallye aus statistischer Sicht nicht bis zum Jahresende, sondern bis in den Januar hinein. Zudem haben die Notenbanken Fed und EZB wegweisende Entscheidungen in diesem Jahr getroffen, um den lädierten globalen Konjunkturmotor vor einem erneuten Abwürgen zu bewahren. Der Rückenwind der Geldpolitik dürfte den Börsen auch im kommenden Jahr den nötigen Schwung verleihen, sodass einem Jahresendspurt und einem Sprint darüber hinaus nur wenig im Wege steht.


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