Das erneute Bekenntnis zu der nach wie vor bestehenden ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank Fed hat den europäischen Börsen als auch den US-Märkten in der zweiten Wochenhälfte erneut Auftrieb gegeben. Die Aussicht auf weitere Liquiditätsschwemmen durch den Währungshüter Feder Reserve (Fed) hält die Anlagealternativen gegenüber Anteilsscheinen bis heute überschaubar. Die zur Wochenmitte veröffentlichten Protokolle der jüngsten Fed-Notenbanksitzung haben gezeigt, dass die politische Führung nicht so schnell von ihrem geldpolitischen Kurs abweichen dürfte. Diese Aussagen hatte Jerome Powell am Donnerstag in einer Diskussionsrunde des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch mal bestätigt.

Im schnellen Kielwasser der robusten Wallstreet konnten zuletzt auch immer wieder europäische Indizes wie etwa der DAX profitieren. Auch am Freitag hält sich das Frankfurter Börsenbarometer mit 15.200 Punkten über der zuletzt eroberten psychologischen Marke von 15.000 Zählern auf. Am letzten Handelstag der verkürzten Handelswoche nach Ostern scheint den Anlegern hierzulande jedoch ein wenig die Puste auszugehen.

Der breitgefasste S&P 500, der techlastige Nasdaq als auch der Dow Jones Industrial Index lechzen nach neuen Rekordständen.

DAX 30 auf Wochenbasis

Quelle: tradingview.com

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US-Notenbank Fed sieht nur temporären Inflationsanstieg

Die US-Fed sieht laut eigenen Angaben keinen langfristigen Anstieg der Teuerungsrate. Sollte die Inflation wider Erwarten langfristig anziehen, will die die US-Notenbank entsprechend reagieren. Laut Powell werde es in Zukunft voraussichtlich Druck nach oben geben. Dies sagte der Fed-Chef am Donnerstag in einer Runde auf dem Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Dabei verwies Powell auf den Unterschied zwischen einen einmaligen Anstieg der Teuerungsrate und einer andauernden Inflation. Sollte die Inflation widererwarten signifikant zulegen und fortan über der zwei Prozentmarke notieren, wolle die Fed entsprechend reagieren. Gleichzeitig wolle man nach wie vor die wirtschaftlichen Kollateralschäden, welche angesichts der Coronavirus-Pandemie entstanden sind und womöglich noch entstehen werden mit reichlich Notenbanker-Schützenhilfe entgegenwirken.

Mögliche Aussagen könnten den Zinsfantasien der Anleger wieder einen Nährboden geben. Das was der Markt glaube und das was die Fed signalisiert, sind womöglich zwei verschiedene Paar Schuhe. Eine zu frühe Zinswende in den USA dürften Investoren mit Abverkäufen an den globalen Finanzplätzen quittieren. Bis 2023 wolle man laut der Fed an der ultralockeren Geldpolitik festhalten.

Die Zinsfurcht ließ sich zuletzt immer wieder deutlich an den Zinsen der US-Staatspapiere mit einer Laufzeit von 10 Jahren ablesen. Diese notierten zuletzt bei über 1,77 Prozent auf einem 14-Monats-Hoch. Die nachlassende Furcht vor einer Inflation spiegelt sich aktuell in dem Rückzug besagter Kennziffer wider (1,68 Prozent).

10-jährige US-Staatspapiere

Quelle: tradingview.com

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Coronavirus-Pandemie behalten Anleger rund um den Globus im Blick

Die Coronavirus-Pandemie ist und bleibt eines der zentralen Themen an den globalen Finanzmärkten. Dabei spielt neben dem dynamischen Infektionsgeschehen die nach wie vor andauernde Impfkampagne eine sonderbare Rolle. Während in den Vereinigten Staaten und Großbritannien bereits sukzessive Lockerungsschritte dank einer positiv verlaufenden Impf-Leistung vorgenommen werden, sieht sich das europäische Festland weiterhin in Anbetracht von COVID-19 überfordert. Gedeckelt werden in diesem Kontext Abwärtsambitionen am deutschen Aktienmarkt mit der Aussicht auf weitere Notenbanker-Schützenhilfe und der Hoffnung auf eine rasche Konjunkturerholung in den USA.

Israel bleibt Impf-Weltmeister – Deutschland weiterhin hinten dran

Stand heute sind in der Bundesrepublik Deutschland 5,8 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Zum Vergleich: In Großbritannien gelten neun Prozent und in den USA 19,8 Prozent der Menschen mit einem Impfschutz versehen. Spitzenreiter bleibt Israel mit einer Quote von 56,8 Hundertstel.

Der Kampf um den Impfstoff bleibt insofern eines der zentralen Themen in den kommenden Wochen und Monaten. Die zuständigen politischen Führungskräfte dürften vor diesem Hintergrund weiterhin alles dafür tun umso schnell wie möglich an Impfstoff zu gelangen.

Weitere Rekordstände dies- und jenseits des Atlantiks in Sichtweite

Die US-Märkte als auch der DAX dürften sich jedoch weiterhin in Rekordlaune präsentieren, zumal ein Ende der Aussicht auf erneute Konjunkturstimuli nicht zu sehen ist. Nachdem der US-Senat im März ein 1,9 billionenschweres Programm auf die Beine gestellt hatte, schnürt US-Präsident Joe Biden bereits das nächste Paket. Von bis zu 5 Billionen Dollar seien inklusive Steuererleichterungen die Rede.

Solange die Impfkampagne einigermaßen positiv verläuft und die Anleger weitere Konjunkturpakete begrüßen können, dürfte die Rekordrally an den globalen Finanzplätzen nicht so schnell abreißen. Die Furcht vor einer zu starken Inflation respektive einer zu frühen US-Zinswende besitzt aber jederzeit das Potenzial, Anleger auf dem falschen Fuß zu erwischen.

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