In der hierzulande verkürzten Handelswoche nach Ostern könnten neue Höchststände winken. Auch an den US-Handelsplätzen dürfte die Rekordlaune weiter anhalten. Während der DAX in der vergangenen Woche erstmals in seiner Geschichte über die 15.000-Punkte-Marke klettern konnte, riss der breitgefasste S&P 500 die 4.000er-Schwelle.

Die Aussicht auf weitere Rekorde dürfte weiter bestehen bleiben, zumal der Konjunkturoptimismus die Anlagealternativen gegenüber Anteilsscheinen überschaubar hält.

Im Blickpunkt dürften DAX-Investoren die bereits am Karfreitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten behalten. Auch die Corona-Lage bleibt ein wichtiger Faktor, welche sich in der Bundesrepublik weiter zugespitzt hat.

In den Vereinigten Staaten Rücken zur Wochenmitte die „FOMC Minutes“ in den Vordergrund.

DAX 30 über 15.000-Punkte – weitere Höchststände in Sichtweite

Die Anleger haben sich von der Rekordlaune jenseits des Atlantiks offensichtlich anstecken lassen. Am vergangenen Dienstag konnte das Frankfurter Börsenbarometer erstmals in der Historie die psychologische Marke im Umfang von 15.000 Zählern hinter sich lassen. Weitere Anschlusskäufe könnten in dieser Woche erfolgen und das Aufwärtsmomentum weiter forcieren.

Es ist die Aussicht auf eine nochmals beschleunigte Impfkampagne nebst billionenschweren Liquiditätsschwemmen in den USA, welche Investoren insgesamt ermutigen. Auch wenn Börsianer das Licht am Ende des Corona-Tunnels noch nicht greifen können, rückt es nun jedoch sukzessive näher. Die Hoffnung auf eine rasche Wiederbelebung des globalen Konjunkturmotors bleibt das Zünglein an der Waage.

Coronavirus-Pandemie schürt erneute Sorgen

Doch mit dem nach wie vor hochdynamischen Infektionsgeschehen in der Alten Welt wächst die Furcht, dass ein bundesweiter Lockdown schon bald die Wirtschaft wieder ausbremsen könnte. Sollten Bund und Länder beispielsweise dem Vorbild des Nachbarlandes Frankreich folgen und einen vierwöchigen Lockdown verhängen, dürfte dies Anleger nicht kalt lassen.

US-Arbeitsmarktdaten überraschen positiv

Die US-Arbeitsmarktdaten für den Monat März haben sonderbar positiv überrascht. So stark wie seit rund einem halben Jahr stieg die Beschäftigung an.

Mit 916.000 neu geschaffenen Stellen wurde die Prognose von 647.000 Einheiten deutlich übertroffen. Während die Arbeitslosenquote zurückging, sanken jedoch die durchschnittlichen Stundenlöhne. Für reichlich Gesprächsstoff dürften besagte Daten bei Anlegern sorgen. Erst im März hatte US-Präsident Joe Biden ein Hilfspaket in Höhe von 1,9 Billionen Dollar verabschiedet. Neben dem Paket dürfte es auch die gut laufende Impfkampagne jenseits des Großen Teichs sein, welche dem Arbeitsmarkt zugutekommt.

IWF-Tagung voraus

Die bereits ab Montag begonnene Frühjahrstagung der Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) dürfte von Mittwoch bis Freitag für Anleger interessant werden. Die Spitzen der Finanzwelt sollten dabei die Viruskrise zum Hauptthema machen. Europa gilt im Umgang mit COVID-19 gegenüber den USA als überfordert.

Zur Wochenmitte wird ebenfalls der Markit PMI Index publik, welcher einen Einbruch der Produktion und Dienstleistung erkennen lassen könnte. Die am Donnerstag anstehenden monatlichen Werkaufträge dürften trotz des nach wie vor grassierenden Virus‘ um rund ein Prozent gegenüber dem Vormonat wachsen. Auch das Pendant zur Industrieproduktion, welche am Freitag bekanntgegeben werden, sollten eine erholende Tendenz signalisieren.

Unternehmensseitig stehen in der ersten Börsenliga keine Geschäftsberichte auf der Agenda.

S&P 500: 4000 Punkte und mehr?

Mehr als eine Prise Konjunkturoptimismus hat US-Anleger in der vergangenen Woche zu einer erneuten Rally bei den US-Techwerten bewegt. Auch die nachlassenden Inflationssorgen, welche sich nicht zuletzt bei wieder sinkenden Zinsen zehnjähriger US-Staatspapiere erkennen lassen, dürften der Wallstreet Rückenwind verliehen haben. Zuletzt notierten diese wieder unter 1,70 Prozent.

FOMC-Meeting im Fokus

Am Mittwoch rückt das Sitzungsprotokoll des Federal Open Market Committee (FOMC) und die Rede des Fed-Chefs Jerome Powell in den Mittelpunkt. Powell könnte vor dem Hintergrund der gut laufenden Impfkampagne und der wieder anziehenden Konjunktur die Wirtschaftsprognosen für die USA nach oben korrigieren, aber dennoch an der bis 2023 geplanten Niedrigzinspolitik weiter festhalten.

Am Donnerstag sollten Anleger erneut eine Rede von Jerome Powell im Auge behalten.

Am Freitag dürften Daten zum Erzeugerpreisindex exkl. Energie und Nahrungsmittel die durchschnittliche Preisveränderung von Rohstoffen weiter gen Norden respektive Sechs-Monats-Hoch signalisieren.

Alles in allem bleibt womöglich auch die Wallstreet vorerst im Rekordmodus. Ein weiteres Allzeithoch im Index S&P 500 liegt auch nach Ostern auf der Hand. Die Anleger honorieren neben der positiv verlaufenden Impfkampagne vor allem die Aussicht auf weitere Liquiditätsschwemmen, um der durch COVID-19 gebeutelten Wirtschaft weiterhin nachhaltig unter die Arme greifen zu können.