Die Aktienanleger sind in der abgelaufenen Woche in Deckung gegangen. Überwiegend robuste Konjunkturdaten als auch Unternehmenszahlen waren nicht ausreichend, um an den Börsenplätzen dies- und jenseits des Atlantiks die Kauflaune zu beflügeln. Unter anderem angesichts der Virus-Mutationen sind Börsianer wieder vorsichtiger geworden. Zudem drückt der Stau im Impfmarathon auf das Gemüt. Nicht zuletzt die durch Privatanleger und Hedgefonds gestartete Fehde lässt Anleger aufhorchen. Auch in der neuen Handelswoche könnten die drohenden Börsenturbulenzen Investoren von Engagements zunächst abhalten.

DAX 30: Anleger gehen aus Angst vor Corona-Mutation, Impfstoff-Stau und möglichen Börsenturbulenzen in Deckung

Die Enttäuschung über den schwachen Start in das Börsenjahr 2021 dürfte zum Start in die neue Handelswoche mitschwingen. In Summe verlor der DAX im Monat Januar 1,7 Hundertstel auf 13.433 Zähler. Die mentale Marke von 14.000 Punkten befindet sich damit zunächst wieder außer Reichweite.

Aus Furcht vor der Ausbreitung der Corona-Mutationen und aus Sorge um den schleppenden Impf-Marathon in der Eurozone haben Anleger Wertpapiere in der vergangenen Handelswoche nur mit spitzen Fingern angefasst.

Die Anleger denken gerade zweimal darüber nach, wie die jüngste Rallye angesichts der unsicheren Gemengelage zu bewerten ist. Mit den Coronavirus-Varianten und der herausfordernden Impf-Logistik reißen die Unsicherheitsfaktoren nicht ab. Für Unmut sorgen dabei die Streitereien zwischen Brüssel und den Herstellern der Vakzine. Nach BioNTech und AstraZeneca ist es der Hersteller Moderna, welcher weniger Dosen liefern kann als zunächst gedacht. Das Gesundheitsministerium hierzulande hatte am Samstag mitgeteilt, dass bis laut genannter Hersteller bis zum 22. Februar weitere fünf Millionen Vakzine an EU-Länder ausgeliefert werden könne. Bereits heute sollte über ein weiteres Vorgehen auf politischer Ebene beraten werden.

Ein schleppender Impf-Marathon in der Eurozone schlägt ebenfalls aufs Kontor der Börsianer, zumal weitere Rückschläge nicht ausgeschlossen werden können. Den Anlegern steht zum Beginn des neuen Monats eine Zerreißprobe bevor.

Auch die US-Notenbank Fed hatte in der vergangenen Woche für keine Überraschungen gesorgt. Ihr Zinsniveau beließ sie wie erwartet unverändert, wobei Jerome Powell Spekulationen um eine Drosselung der Wertpapierkäufe in Keim erstickte. Weitere Schützenhilfe blieb aber aus.

„Reddit“-User halten Wallstreet-Händler auf der Hut – weitere Börsenturbulenzen nicht ausgeschlossen

Die Sorge um weitere Börsenturbulenzen dürfte nicht nur europäische Anleger, sondern Börsianer auch an der Wall Street vorsichtiger agieren lassen.

Der auf der auf der Social-Webseite “Reddit” ausgelöste Aktienrausch, welcher zuletzt die Aktie von GameStop signifikant ansteigen ließ, nährt die Sorge vor weitreichenden Folgen für das Finanzsystem, wenn Hedgefonds in die Bredouille geraten sollten.

Hinter dem Boom der GameStop Aktie und nicht zuletzt auch hinter dem Rohstoff Silber steckt eine Börsenkonstellation der besonderen Art: Ein Short-Squeeze. Leeverkaufende Investoren sehen sich bei steigenden Kursen gezwungen, ihre Positionen glattzustellen. In Reddit-Foren sollen sich demnach Spekulanten zusammengefunden und verabredet haben, um auf steigende Kurse zu wetten. Ein nächstes „Opfer“ scheint vor diesem Hintergrund nur eine Frage der Zeit zu sein.

Dass sich vermehrt Marktteilnehmer in Foren zusammenfinden und auf Assets im großen Stil wetten, dürfte der US-Börsenaufsicht SEC ein Dorn im Auge sein. Der Aufseher sollten nun verstärkt ein Auge auf derartige Ungereimtheiten werfen und den Handel genauer beobachten.

S&P 500: Tauziehen zwischen Kleinanlegern und Hedgefonds bleibt Gesprächsthema Nummer eins

Gesprächsthema Nummer eins dürfte auch zu Beginn des Starts in die neue Handelswoche das Tauziehen zwischen Kleinanlegern und Hedgefonds bleiben. Am Freitag hatten die Papiere des

Videospielhändlers GameStop um über 83 Prozent zulegt, nachdem Brokerhäuser auf Druck von Regulierungsbehörden und Politikern die Beschränkungen für den Handel wieder lockerten. Auch die Anteilsscheine von AMC Entertainment konnten sich um 53 Prozent verteuern.

Im Blickpunkt behalten Anleger auf US-amerikanischen Boden auch die Entwicklung rund um das Coronavirus nebst Impfstoff-Hoffnungen. Während COVID-19 nach wie vor sein Unwesen treibt und grassiert, mussten die Börsen einen Rückschlag in puncto Impfstoff einstecken. Das Vakzin von Johnson & Johnson wies lediglich eine Wirksamkeit von 66 Prozent auf und damit deutlich weniger als beispielsweise die von Pfizer & BioNTech (ca. 95 Prozent).

Somit bleibt die erste Woche im Monat Februar von Unsicherheitsfaktoren nicht befreit.

Berichtssaison läuft dies- und jenseits des Atlantiks auf Hochtouren

Während auf der Unternehmensseite Siemens Healthliners und am Dienstag Siemens Energy ihre Zahlen vorlegen, werden die Hochkaräter aus den USA mit Amazon und Alphabet in den Fokus rücken. Zur Wochenmitte werden Siemens und in den USA der Zahlungsdienstleister PayPal, der Online-Marktplatz eBay und der Stream-Dienst Spotify Zahlen vorlegen. Am Donnerstag rücken die Papiere der Deutschen Bank und Infineon in den Fokus. Am Freitag dürfte Linde die Berichtssaison hierzulande auf Hochtouren bringe und abrunden.

US-Arbeitsmarktbericht im Fokus

Auf der Konjunkturagenda stehen auf europäischer Seite als auch auf US-Ebene wichtige Daten auf der Agenda. Den Anfang werden die Einzelhandelsumsätze für Deutschland bereits heute geben. In den USA stehen Zahlen zum ISM verarbeitenden Gewerbe und das Pendant zur Wochenmitte an. Ebenfalls am Mittwoch werden die ADP-Daten einen ersten Appetizer auf die zum Wochenschluss berüchtigten Daten zum US-Arbeitsmarktbericht abgeben. Sämtliche Zahlen dürften durch das Coronavirus ausgelösten konjunkturellen Flurschäden geprägt sein.

Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Werbemitteilung. Diese Information wurde von CapTrader bereitgestellt. Zusätzlich zum untenstehenden Haftungsausschluss enthält das auf dieser Seite enthaltene Informationsmaterial weder eine Auflistung von Handelspreisen, eine Empfehlung oder eine Anlagestrategie für ein Finanzinstrument oder Emittent, noch ein Angebot oder eine Aufforderung zu einer Transaktion in einem Finanzinstrument oder entsprechend einer Anlagestrategie. CapTrader übernimmt keine Verantwortung für die Verwendung dieser Kommentare und die daraus resultierenden Folgen. Es wird keine Zusicherung oder Gewähr für die Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Informationen gegeben. Folglich trägt der Anleger alleinverantwortlich das Risiko für einzelne Anlageentscheidungen. Jede angebotene Studie berücksichtigt nicht spezifische Ziele, die finanzielle Situation und die Bedürfnisse einer bestimmten Person, die sie empfangen kann. Sie wurde nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften zur Erstellung und Verbreitung von Empfehlungen zu Finanzinstrumenten oder Anlagestrategien erstellt und gilt daher als Werbemitteilung.