Der E-Autobauer Tesla hat durch die Ankündigung seines Engagements in die Kryptowährung Bitcoin Investoren auf Wolke sieben schweben lassen. Zu Beginn der Woche teilte Tesla in einem Schreiben an die US-amerikanische Aufsichtsbehörde SEC mit, dass man 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert und somit in seine Bilanz aufgenommen habe. Gleichzeitig wolle man unter Umständen die Digitalwährung als Zahlungsmittel in den eigenen Reihen akzeptieren. Auch weitere Investitionen in Kryptowährungen seien in Zukunft denkbar, heißt es in dem Dokument.

Während der Bitcoin im Zuge der Nachricht in dieser Woche auf ein neues Allzeithoch bei aktuell 49.000 Dollar gestiegen ist, geben die Papiere von Tesla um 6,6 Prozent nach. Sämtlichen Tesla-Aktionären dürfte das Investment nicht gefallen haben, zumal mit Kryptowährungen ein nicht vollständig reguliertes und schwankungsanfälliges Asset plötzlich in der Bilanz auftaucht. Die Risiken und Nebenwirkungen besagter Investition könnte Tesla in den Augen einiger Anleger nicht tiefgründig durchdacht haben.

Mastercard Zahlungsnetzwerk für Kryptowährungen öffnen

Der Zahlungsriese Mastercard könnte noch in diesem Jahr sein Zahlungsnetzwerk für Kryptowährungen offenlegen. Die Eröffnung des globalen Netzwerks dürfte Bitcoin und Co kräftig in die Karten spielen. Auch den eigenen Börsenwert des Unternehmens dürfte dies zugutekommen, da neue Geschäftsfelder erschlossen werden.

Jedoch sollen nicht sämtliche Kryptowährungen akzeptiert werden, heißt es. Basierend auf dem Mastercard Framework „Blockchain Partner Principle“ aus dem Jahr 2019 soll ein Bewertungsrahmen erstellt werden. In diesem Fall konzentriert sich das Dokument bei der Überprüfung potenzieller Partner auf Stabilität, Verbraucherschutz und Einhaltung von Gesetzen. Mastercard sagte damals, dass viele der Kryptowährungen diesen Schutz bis heute nicht erfüllen.

Schon im Jahr 2013 hatte Mastercard ein Patent für die Abwicklung von Bitcoin-Zahlungen angemeldet, diese Pläne jedoch zwei Jahre später wieder begraben. Auch der Konkurrent Visa könnte in diesem Jahr laut Aussagen des CEOs ähnliche Pläne schmieden und auch umsetzen.

PayPal will nicht in Bitcoin investieren

Der Zahlungsdienstleister PayPal möchte nicht dem Beispiel Teslas folgen und keine Firmengelder in Bitcoin und Co investieren. PayPal hatte im vergangenen Jahr den ersten Schritt in das Krypto-Geschäft gesetzt und für ausgewählte Assets das Kaufen, Verkaufen und Aufbewahren von Krypto-Geldern für US-Kunden möglich gemacht. Auch in Europa sollen Kryptowährungen bald handelbar sein.

Jedoch erscheint die Tatsache, dass nun sämtliche Unternehmen die Teilnahme an Bitcoin und Co am Beispiel des Elektroautoherstellers Tesla ankündigen, zweifelhaft. Um begründete Bedenken auszuräumen, können derzeit einige Unternehmen und Institutionen die Rolle von Beobachtern spielen.

Ausblick

Aus fundamentaler als auch technischer Sicht stehen die Börsenampeln für den Krypto-Markt weiterhin auf Grün. Teslas Einstieg in die Kryptobranche sollte ein langfristiger Katalysator für den Markt darstellen. Das Engagement begeistert weiterhin die Anleger. Wenn es darum geht, in diversifizierte Vermögenswerte zu investieren, dürften Unternehmen vorerst an der Oberfläche kratzen.

Der Einstieg Teslas könnte zudem Signalwirkung für weitere Unternehmen haben und das institutionelle Interesse weiter beschleunigen. Dass nun verstärkt Firmen in Bitcoin und Co. investieren, liegt auf der Hand. Es dürfte wohl nicht nur bei einem Engagement in den Bitcoin bleiben.

Ein Garantieschein auf weitere Kursgewinne ist dies aber nicht.

Auch Auswirkungen auf die Papiere des E-Autobauers sind in Zukunft denkbar, wenn der Bitcoin Kurs in Turbulenzen geraten sollte.

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