Der DAX 40 verliert am Freitagvormittag mit 15.516 Punkten rund 127 Zähler oder 0,83 Prozent gegenüber dem Vortag. Der finanziell angeschlagene Konzern Evergrande sorgt indes für weiteres Unbehagen an den globalen Finanzmärkten. Auch die am Sonntag anstehende Bundestagswahl wirft mittlerweile ihre Schatten voraus.

“Evergrande” schwebt weiterhin wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Anleger

Die Anleger sind hin- und hergerissen zwischen der Hoffnung auf eine Rettung in letzter Minute und der Sorge, dass der chinesische Staat den Immobilienriesen gegen die Wand fahren lässt. Mittlerweile dürften zahlreiche Investoren nur noch auf Schadensbegrenzung aus sein, während für den anderen Teil der Anlegerschaft offensichtlich die Vorstellungskraft für einen Kollaps des Konzerns fehlt.

Evergrande schwebt damit weiterhin wie an Damoklesschwert über den Köpfen der Anleger.

DAX 40 Chart

Quelle: Tradingview

Bundestagswahl ante portas – Unsicherheit über Wahlausgang lässt Anleger Aktien mit spitzen Fingern anfassen

Aktuellen Umfragen zufolge liegt die SPD mit 25 Prozent rund um Kanzlerkandidat Olaf Scholz weiter an der Spitze. Die Union (Armin Laschet) rangiert mit 21 Prozent auf Platz zwei, während die Grünen mit Kandidatin Annalena Baerbock auf 11 Prozent kommt.

Eine Regierung der CDU/CSU respektive der FDP wird als tendenziell positiv für die Wirtschaft angesehen. Der deutsche Aktienmarkt hat in der Vergangenheit dazu tendiert 100 Tage nach der Wahl seine Verluste wieder aufzuholen, welcher er 100 Tage zuvor verzeichnet hatte.

Grundsätzlich sollten Anleger nach der Wahl, also am kommenden Montag mit höheren Kursschwankungen rechnen. Ein Regierungswechsel hat ebenfalls in der Vergangenheit dazu geführt, dass die Kurse gestiegen sind.

Ergebnisse der Fed-Sitzung lassen zunächst wieder nach

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank Fed hat am Donnerstag für weitestgehend gute Stimmung gesorgt. Die Notenbank hatte grundsätzlich alles beim Alten gelassen und das sogenannte Tapering in Aussicht gestellt. Anleger hatten damit gerechnet, dass die Fed möglicherweise konkretere Signale in puncto Drosselung des Tempos der Anleihekäufe absenden könnte. Insgesamt bleiben die Geldschleusen damit geöffnet, was Wasser auf die Mühlen der Anleger ist.

Am Freitag lässt die Aussicht auf weiterhin viel „billiges Geld“ jedoch vorerst nach. Mit der anstehenden Bundestagswahl und den schwelenden Sorgen rund um „Evergrande“ gehen Anleger lieber auf Nummer sicher.

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