Am letzten Tag in der laufenden Handelswoche werden DAX-Anleger wieder vorsichtiger. Mit rund 15.933 Punkten notiert das Frankfurter Börsenbarometer wieder unter der zuletzt hart umkämpften psychologischen Marke in Höhe von 16.000 Zählern. Neben wichtigen US-Konjunkturdaten blicken Börsianer auf den Startschuss der US-Bilanzsaison.

DAX 40 auf Tagesbasis

Quelle: Tradingview

Negative Vorzeichen von der Wall Street – DAX kämpft mit 16.000 Punkten

Den Endspurt der zweiten Handelswoche des Jahres 2022 haben sich Anleger womöglich anders vorgestellt. Am Donnerstag gingen die US-Standardwerte an der Wall Street auf Talfahrt. Vor allem Technologiewerte kamen dabei unter die Räder. Während der Dow Jones rund 0,5 Prozent auf 36.113 Punkte einbüßte, sackte der techlastige Nasdaq um 2,50 Prozent auf 14.806 Zähler ab. Der breit gefasste S&P 500 verlor 1,4 Hundertstel auf 4.659 Punkte.

Mit großer Spannung blicken Börsianer auf den Startschuss zur US-Bilanzsaison. Mit den Großbanken JPMorgan, Citigroup nebst Wells Fargo legen gleich drei Schwergewichte ihre Zahlen vor.

Aus Sicht der Konjunkturagenda erwarten Investoren neue Zahlen zu den monatlichen Einzelhandelsumsätzen und dem Verbrauchervertrauen.

JPMorgan macht Auftakt für Berichtssaison – Aktie bricht nach Veröffentlichung der Q4-Ergebnisse ein

Die US-Investmentbank JPMorgan Chase hat im vierten Quartal bei insgesamt gleichbleibenden Einnahmen weniger eingenommen als im Vorjahreszeitraum. Die Bank meldete einen Nettogewinn von 10,4 Mrd. US-Dollar und einen Gewinn pro Aktie von 3,33 US-Dollar für das vierte Quartal 2021 und damit 14 Prozent weniger als in Q4 2020. Die Papiere verlieren vor diesem Hintergrund am Nachmittag rund 2,66 Prozent auf 144 Euro je Anteilsschein.

“Wir bleiben mit Blick auf das US-Wirtschaftswachstum optimistisch, da die Stimmung bei den Unternehmen gut ist und die Verbraucher vom Wachstum auf dem Arbeitsmarkt und höheren Löhnen profitieren”, so CEO Dimon.

Anleger werten die Ergebnisse der Banken wie etwa JPMorgan oder Wells Fargo als eine gute Indikation auf den Gesundheitszustand der Wirtschaft.

COVID-19 und US-Geldpolitik bleiben weiter Gesprächsthema an den Märkten

Auch wenn zuletzt die Sorgen rund um eine konjunkturelle Eintrübung angesichts der Virus-Mutation „Omikron“ wieder in den Hintergrund gerückt sind, sollten Anleger das Thema nicht gänzlich abschenken. Die Coronavirus-Pandemie bleibt insgesamt ein Dauerbrenner für die Märkte und besitzt damit das Potenzial, zu euphorische Marktteilnehmer jederzeit auf dem falschen Fuß zu erwischen.

Nicht zuletzt die US-Geldpolitik dürfte ebenfalls weiter für Gesprächsstoff sorgen, auch wenn diese möglicherweise temporär Ablenkung durch die US-Bilanzsaison erfährt. Mit den jüngsten Inflationsdaten in den USA sieht sich die zuständige Notenbank Federal Reserve (Fed) in ihrer restriktiven Haltung offensichtlich bestätigt. Mit 7,0 Prozent war die Teuerung im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat auf den höchsten Stand seit 1982 geklettert. Allerdings hatten Ökonomen im Vorfeld mit diesem Anstieg gerechnet.