Angesichts starker Firmenbilanzen sind Anleger an den Börsenplätzen dies- und jenseits des Atlantiks wieder eingestiegen.

Mit den schwelenden Belastungsfaktoren rund um eine hohe Inflation, Lieferkettenproblemen und dem angeschlagenen Immobilienmarkt in China reißen die Sorgen aber nicht ab.

DAX 40 auf Tagesbasis

Quelle: Tradingview

US-Bankengewinne sprudeln – Bilanzsaison bislang überzeugend

Eine bislang überzeugende US-Bilanzsaison hat Anleger wieder zu Engagements an den Aktienmärkten ermutigt.

Auf Wochensicht gewinnt der DAX rund 2,2 Prozent auf knapp unter 15.500 Punkte dazu. Der Dow Jones Industrial kommt auf ein Plus in Höhe von 0,4 Prozent, welcher am Donnerstag per Handelsschluss zuletzt bei 34.912 Punkten notierte.

Am Donnerstag hatten unter anderem robuste Bilanzen der Bankinstitute Citigroup, Bank of America und Morgan Stanley Kauflaune ausgelöst. Besagte Geschäfte fungieren in der Regel als Indikation für eine gut laufende Konjunktur.

Die Citigroup konnte im dritten Quartal den Gewinn um rund 50 Prozent steigern. Die Bank wies einen Gewinn in Höhe von 4,6 Milliarden aus. Während die Bank of America ein Plus von 63 Prozent verzeichnen konnte, kommt die US-Investmentbank Morgan Stanley auf rund 36 Prozent. Auch Wells Fargo konnte angesichts rückläufiger Sorgen um mögliche Zahlungsfälle seinen Gewinn deutlich steigern. Für die Anleger beginnt die Bilanzsaison somit offensichtlich mehr als zufriedenstellend.

Schwelende Belastungsfaktoren bleiben vorhanden

Schwelender Belastungsfaktor bleibt jedoch unter anderem die nach wie vor grassierende Inflation in den USA. Zur Wochenmitte haben die US-Verbraucherpreise einen Wert in Höhe von 5,4 Prozent für den Monat September im Vergleich zum Vorjahr hervorgebracht. Erwartet wurden im Vorfeld 5,3 Prozent und damit so viel wie im Monat zuvor. Insgesamt bleibt die Problematik der vergleichsweisen hohen Inflation für die Märkte ein Risikofaktor. Bislang stochern Anleger im Nebel, ob die US-Notenbank Fed auf ihrer November-Sitzung weitere Details in puncto „Tapering“ bekannt geben wird. Offensichtlich scheinen Investoren aktuell zum größten Teil die Meinung der Fed zu teilen, dass die Inflation womöglich lediglich „vorübergehender Natur“ sei. Vor diesem Hintergrund wäre eine Zinswende im kommenden Jahr unwahrscheinlich, sollte sich die Teuerung in den kommenden Monaten wieder rückläufig ausgestalten.

Nicht zuletzt die bereits seit Monaten teils bestehenden Lieferkettenprobleme nähren die Konjunktursorgen. Mit dem weltweit bestehenden Chipmangel bestehen z. B. in der Automobilindustrie Engpässe, woraufhin die Unternehmen stellenweise ihre Produktion zuletzt aussetzen mussten.

Die Immobilienkrise in China dürfte Anleger ebenfalls in Zukunft weiter auf Trab halten. Mit Fantasia wackeln neben Evergrande mit Sinic und Fantasia zwei weitere Wohnhausriesen.

Evergrande hatte im September bereits zwei Zinszahlungen verpasst. Auch am Dienstag war man neuen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen. Insgesamt steht der Konzern mit über 300 Milliarden Dollar in der Kreide.

Auch wenn mit Sinic und Fantasia deutlich kleinere Unternehmen auf wackeligen Füßen stehen, bleibt die Sorge vor einem Flächenbrand im chinesischen Immobiliensektor und weiteren Schockwellen für die globalen Finanzmärkte bestehen.

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