Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich erleichtert über die Aussagen der EZB über das weitere Vorgehen in puncto Corona-Notfallprogramm (PEPP) gezeigt. Auch wenn der Währungshüter das Tempo drosselt, sollen die Geldschleusen insgesamt bis März 2022 mindestens geöffnet bleiben.

An der Wall Street sorgt indes die rasante Ausbreitung der Delta-Variante wieder für Ungemütlichkeit. Auch die Diskussionen um das „Tapering“ der Fed nehmen an Fahrt auf und verunsichern.

DAX 30 auf Tagesbasis

Quelle: Tradingview

EZB drosselt PEPP-Tempo – hält aber an Corona-Nothilfen weiter fest

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag angekündigt, das Tempo des sogenannten „Pandemic Emergency Purchase Programms“ (PEPP) zu reduzieren. Gleichzeitig bestätigte sie die Laufzeit bis mindestens Ende März 2022. Insgesamt sieht das Paket ein Volumen in Höhe von 1,85 Billionen Euro vor. Anleger hatten im Vorfeld damit gerechnet, dass die EZB vom Gaspedal geht. Grundsätzlich bleibt das Signal der Fortsetzung der taubenhaften Geldpolitik Wasser auf die Mühlen.

EZB hält hohe Inflation für „vorübergehendes Phänomen“

Trotz der weiter anziehenden Inflation hält die EZB die hohe Teuerung für ein temporäres Phänomen. Die Inflationsrate kletterte im Euroraum von 2,2 Hundertstel im Juli auf 3,0 Prozent im August, was dem höchsten Wert seit rund 10 Jahren gleichkommt. Die Inflationsprognose beträgt für dieses und das kommende Jahr 2,2 Prozent. Laut Ansicht des Währungshüters soll die Inflation bereits im kommenden Jahr wieder deutlich abnehmen und dann 1,7 Prozent betragen. Für das Jahr 2022 liegt die Schätzung bei 1,5 Prozent. Die EZB selbst hat ein auserkorenes Ziel von insgesamt rund 2 Prozent.

Fed- und Corona-Sorgen beschäftigen Anleger an der Wall Street

Spekulationen um das sogenannte „Tapering“ der Fed und Corona-Sorgen haben Anleger gegen Ende der Woche an der Wall Street beschäftigt und ein Minus eingebrockt. So büßte der Dow Jones Industrial Average am Donnerstag über 151 Punkte oder 0,43 Prozent auf 34.879 Zähler ein.

In rund 1,5 Wochen tagt die US-Notenbank Fed und berät über das weitere Vorgehen in puncto „Tapering“. Gemeint damit ist ein Abschmelzen der sogenannten Anleihekäufe im monatlichen Umfang von 120 Milliarden Dollar. Die vor einer Woche veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten hatten die Wahrscheinlichkeit dafür reduziert, da die Währungshüter die Entwicklung der Non-Farm Payrolls (NFPs) besonders unter die Lupe nehmen. Diese hatten vergangenen Freitag die Erwartungen im großen Stil enttäuscht.

Insgesamt stochern Anleger im Nebel, ob die Fed tatsächlich erste Signale in puncto Zinswende aussprechen wird. Solange die US-Notenbank sich orientierungslos zeigt, könnten Anleger im Niedrigzinsumfeld einen Nährboden finden.

Nicht zuletzt die in den USA treibt grassierende Delta-Variante des Coronavirus Anleger wieder verstärkt um. Diese nährt die Sorge, dass der US-Konjunkturmotor abgewürgt werden könnte und erst reparierte wirtschaftliche Flurschäden aufs Neue entstehen. Die damit im Zusammenhang stehenden Restriktionen könnten wichtige wirtschaftliche Lieferketten unterbrechen.

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