Mit Spannung haben Anleger dies- und jenseits des Atlantiks auf die heutige Veröffentlichung der US-Arbeitsmarkdaten (14:30 Uhr) geblickt. Die US-Notenbank Fed hat heute weniger Argumente bekommen, ihren Kurs des „Taperings“ zu forcieren. Entgegen der schwelenden Furcht vor einer Stagflation zeigt sich der DAX40 als auch die Wall Street relativ stabil.

In den USA lockt vor allem die Aussicht auf eine Einigung im Haushaltsstreit Investoren zurück auf das Parkett.

DAX 40 auf Tagesbasis

Quelle: Tradingview

US-Arbeitsmarktdaten: 194.000 neue Stellen für den Monat September außerhalb der Landwirtschaft?

Die US-Arbeitsmarktdaten haben mit einem Stellenzuwachs in Höhe von 194.000 Einheiten für den September die Erwartungen eines Wachstums von rund 500.000 neuen Stellen verfehlt. Die US-Notenbank Fed könnte auf ihrer November-Sitzung kalte Füße bekommen, wenn das “Tapering” wieder zur Diskussion steht. Auch wenn die Wachstumsdynamik des Arbeitsmarkts in erster Instanz enttäuscht, sind der Rückgang der Arbeitsblosenquote und der Anstieg des durchschnittlichen Wochenlohnes hervorzuheben. Die Anleger stochern damit weiter im Nebel, ob die Fed die jüngsten Arbeitsmarktdaten auf die Goldwaage legen wird. Zuletzt hatte Jerome Powell die Bedeutung der heutigen Arbeitsmarktzahlen für die Entscheidung in puncto “Tapering” heruntergespielt.

Sollten die Daten deutlich besser ausfallen als erwartet, dürfte dies der Fed neue Argumente geben, um das „Tapering“ weiter auf den Weg zu bringen. Gemeint damit ist eine Reduzierung des aktuellen Tempos der bestehenden Anleihekäufe im monatlichen Umfang von 180 Milliarden Dollar.

Dow Jones: Hoffnung auf Lösung im Haushaltsstreit lockt Anleger zurück aufs Parkett

In der Hoffnung auf eine Lösung im schwelenden Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern sind Anleger an der Wall Street am Donnerstag wieder eingestiegen. Nach Anzeichen einer Kompromisslösung wächst die Zuversicht, dass die Schuldenobergrenze bis zum Dezember verlängert wird und man somit einer Krise aus dem Weg geht.

Finanzministerin Janet Yellen hatte jüngst darauf hingewiesen, dass man die Obergrenze von 28,4 Billionen Dollar anheben müsse, da sonst ab Mitte Oktober möglicherweise erste Zahlungsfalle zu verzeichnen sein könnten.

Stagflationsängste könnten zunehmen

Im Blick behalten dürften jedoch Anleger an der Wall Street genauso wie DAX-Investoren die US-Arbeitsmarktdaten. Bereits zur Wochenmitte hatten die berüchtigten ADP-Daten einen ersten Vorgeschmack auf die heutigen Zahlen abgegeben. Per Saldo hatte die Privatwirtschaft laut der privaten Arbeitsagentur ADP 568.000 neue Stellen geschaffen und damit deutlich mehr als die erwarteten Daten in Höhe von 428.000 Einheiten.

Ein robustes Zahlenwerk nährt die Furcht der Anleger, dass die Fed ihre Geldpolitik in Zukunft restriktiver gestalten könnte. Die weiterhin hohe Inflation in den USA treibt die Notenbanker nach wie vor um. Möglicherweise sieht sich die Fed mittlerweile gezwungen, die Zeiten des „billigen Geldes“ zu beenden. Neue Zinssorgen könnten an den Aktienmärkten zu neuem Unbehagen führen. Gepaart mit Anzeichen einer Schwäche der Konjunkturerholung von der Coronavirus-Pandemie entstände somit das Szenario einer Stagflation.

Dow Jones Industrial Average Index auf Tagesbasis

Quelle: Tradingview

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