Mit Enttäuschung haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt als auch an der Wall Street auf die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten reagiert. Diese hatten die Erwartungen am Nachmittag weit verfehlt. Anleger bleiben somit weiterhin nervös. Zur Wochenmitte hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) rasche Zinserhöhungen signalisiert und insbesondere für Verkäufe vor allem bei Techwerten und auch Krypto-Assets gesorgt. Nicht zuletzt die Unruhen in Kasachstan könnten die Börsen weiter unruhig stimmen.

DAX 40 auf Tagesbasis

Quelle: Tradingview

US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen auf ganzer Linie – Anleger treten weiter den Rückzug an

Die US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Dezember haben auf ganzer Linie enttäuscht. Mit einem Stellenaufbau in Höhe von 199.000 Einheiten sind diese deutlich schwächer ausgefallen als im Vorfeld erwartet wurden (440.000). Die im Vormonat ausgewiesenen Stellen in Höhe von 210.000 wurden auf 249.000 revidiert. Insgesamt ist dies der schwächste Wert seit Dezember 2020.

Stundenlöhne steigen – Arbeitslosenquote sinkt

Allerdings stiegen die US-Stundenlöhne mit 0,6 Prozent per Monatsvergleich und mit 4,7 Prozent zum Vorjahresmonat deutlich stärker als erwartet (Prognose: 0,4 bzw. 4,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote sinkt mit 3,9 Prozent ebenfalls weiter unter den Wert des Vormonats in Höhe von 4,2 Prozent).

US-Notenbank Federal Reserve signalisiert rasche Zinserhöhungen

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat bereits zur Wochenmitte raschere Zinserhöhungen in den sogenannten FOMC-Minutes signalisiert und die Anleger dies- und jenseits des Atlantiks nervös gemacht. Mittlerweile rechnet man in den Reihen des Währungshüters mit einer stärkeren und gleichzeitig hartnäckigerer Inflationsentwicklung.

Interessant dürfte aus Anlegersicht nun sein, ob die Fed weiterhin von ihrer lockeren Geldpolitik abrückt. Neben dem jüngsten Arbeitsmarktbericht dürften die neuesten Inflationsdaten am kommenden Mittwoch von hoher Bedeutung sein. Im November notierte die US-Inflation bei 6,8 per Jahresmonatsvergleich und damit so hoch wie seit 40 Jahre nicht mehr.

Putin telefoniert wegen Ausschreitungen in Kasachstan mit Verbündeten

Vor dem Hintergrund der schweren Ausschreitungen in Kasachstan hat sich der russische Staatschef Wladimir Putin mit seinen Verbündeten abgestimmt. Russland will mit sogenannten „Friedenstruppen“ vor Ort für Ruhe sorgen. Wegen rasant steigender Treibstoffpreise an den Tankstellen kam es zuletzt zu größeren Unruhen auf den Straßen. Für die Börsen ist die unübersichtliche politische Gemengelage vor erst nicht allzu bedeutend. Dennoch könnten im Falle einer weiteren Eskalation auch die Börsen infiziert werden. Vor allem in der kommenden Woche sollten Anleger besagte Thematik weiter im Auge behalten.