Mit den jüngsten Enttäuschungen in der Berichtssaison über Apple und Amazon steht Anlegern hierzulande kurz vor dem Wochenende eine Belastungsprobe bevor. In den USA lindern schwache US-Daten paradoxerweise den geldpolitischen Druck auf die Fed und machen die zwischenzeitlichen Kursverluste wieder wett.

Der DAX bewegt sich am Freitagvormittag knapp über der Marke von 15.600 Punkten und damit rund 0,60 Prozent tiefer im Vergleich zum Vortag. Der Dow Jones konnte vor Veröffentlichung der Geschäftszahlen wichtiger Tech-Werte am Donnerstag mit einem Plus von 0,68 Prozent bei 35.730 Zählern aus dem Handel gehen. Die Enttäuschung über Apple und Amazon könnte heute aber an der Wall Street durchschlagen.

DAX 40 auf Tagesbasis

Quelle: Tradingview

Weltweite Lieferengpässe als Kernproblem bei Apple und Amazon

Neben den ohnehin schwelenden Inflations- und Zinsängsten haben sich am Freitag am deutschen Aktienmarkt Sorgen rund um schwache Quartalsberichte der Tech-Giganten Apple und Amazon breitgemacht. Beide Unternehmen hatten nach Börsenschluss ihre Bücher geöffnet und enttäuscht.

Weltweite Lieferengpässe haben Apple im letzten Quartal das Geschäft vermiest. Laut des Chefs Tim Cook könne sich die Lage im Weihnachtsgeschäft noch mal zuspitzen. Nachbörslich büßte die Aktie bereits rund fünf Prozent ein.

Bei Amazon sind ebenfalls Lieferschwierigkeiten sowie fehlendes Fachpersonal als Gründe für den Rückgang im Ergebnis anzuführen, welche gerade im so bedeutenden Weihnachtsgeschäft das Geschäft ebenfalls signifikant beeinflussen könnten. Erwartet werde ein Ergebnis in Höhe von drei Milliarden Dollar und damit deutlich weniger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (6,9 Milliarden Dollar).

Die Amazon Aktie gibt daraufhin gut vier Prozent ihres Wertes ab.

Schwache US-Daten lindern geldpolitischen Druck auf Fed

Paradoxerweise hat mit den jüngsten Konjunkturdaten der geldpolitische Druck der Federal Reserve (Fed) wieder nachgelassen. Vor allem angesichts bestehender Lieferengpässe kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal lediglich um 2,0 Prozent und damit deutlich weniger als noch im Vorquartal (6,7 Prozent). Damit wächst die US-Wirtschaft so langsam wie seit über einem Jahr nicht mehr.

Zinsfantasien der Anleger rücken in den Hintergrund – „Tapering“ allerdings nicht vom Tisch

Gleichzeitig dämpft dies im Gegenzug allerdings die Zinsfantasien der Anleger. Vor dem Hintergrund einer konjunkturellen Eintrübung könnte die US-Notenbank Fed ihren geldpolitischen Werkzeugkoffer noch länger offenhalten als derzeit erwartet. Zur Debatte steht nach wie vor die Fortsetzung des Anleihekaufprogramms im monatlichen Umfang von 120 Milliarden Dollar. Zwar könnte laut eigenen Aussagen die Fed bereits im kommenden Jahr mit dem Abschmelzen (Tapering) des Programms beginnen – in Stein gemeißelt scheint dies aber nicht.

Vor allem die Coronavirus-Pandemie könnte in Anbetracht der bevorstehenden Herbst- und Wintermonate in der westlichen Welt erneut Fahrt aufnehmen und Wirtschaftszweige in einen Lockdown versetzen.

Sie können zahlreiche physische Aktien mit CapTrader handeln. Eröffnen Sie noch heute ein Livekonto oder lernen Sie zunächst das Trading mit einem risikolosen Demokonto kennen.