Der DAX hat am Freitag trotz schwelender Inflationssorgen und einer hochdynamischen Coronavirus-Pandemie seine Rekordjagd zunächst weiter fortgesetzt. Allerdings könnten Sorgen über neue Lockdowns in der Eurozone Anleger wieder nervös machen.

An der Wall Street hatten Inflationsängste den jüngsten Optimismus über starke Firmenergebnisse wieder zunichtegemacht.

DAX 40 auf Tagesbasis

Quelle: Tradingview

DAX-Anleger weiter in Rekordlaune – COVID 19 noch „aus den Augen, aus dem Sinn“

Unbeeindruckt von Inflationsängsten jenseits des Atlantiks und der grassierenden Coronavirus-Pandemie hierzulande haben Anleger bei Wertpapieren am Freitag am deutschen Aktienmarkt zunächst wieder zugegriffen. Zum sechsten Mal in Folge kletterte das Frankfurter Börsenbarometer auf ein neues Rekordhoch. Die Sorgen rund um COVID-19 scheinen Anleger allerdings aktuell nicht aus der Ruhe zu bringen. Die am Donnerstag durch Bund und Länder beschlossenen Restriktionen dürfte die Wirtschaft weniger in die Knie zwingen als noch vor 1,5 Jahren. Wirtschaftliche Einbußen sind dennoch zu erwarten, zumal die Konsumlaune der Menschen angesichts neuer Restriktionen leiden dürfte. Das Coronavirus schwebt jedoch übergeordnet weiterhin wieder ein Damoklesschwert über den Köpfen der Marktteilnehmer. Flächendeckende Lockdowns in der Europäischen Union könnten zu euphorische Anleger schnell auf dem falschen Fuß erwischen.

Erzeugerpreise verzeichnen höchsten Anstieg seit 70 Jahren

Die Erzeugerpreise sind im Oktober abermals deutlich gestiegen und befeuern die ohnehin schwelenden Inflationssorgen. Mit einem Anstieg in Höhe von 18,40 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen die Preise den höchsten Anstieg seit 70 Jahren. Auch die im Vorfeld getätigten Erwartungen (16,20 Prozent) wurden deutlich übertroffen.

Inflationsängste an der Wall Street – Zinserhöhungsspekulationen werden lauter

Äußerungen des US-Notenbankers John William der New Yorker Fed haben Anleger an der Wall Street am Donnerstag nervös gemacht. Williams sagte, dass sich die Inflation zusehends in mehreren Bereichen zeige und die Erwartung sei, dass die Teuerung künftig anziehe. Die Federal Reserve (Fed) hatte in jüngster Vergangenheit immer wieder betont, dass die Inflation lediglich vorübergehender Natur sei. Diese Meinung könnten die Währungshüter möglicherweise in rund vier Wochen auf der nächsten und gleichzeitig letzten Notenbanksitzung im Jahr 2021 revidieren. Vor diesem Hintergrund dürften die Zinserhöhungsfantasien der Anleger wieder in die Höhe steigen. Die Fed könnte sich gezwungen sehen, an den Zinsschrauben zu drehen, um die Inflation in den Griff zu bekommen.

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