Nach den Notenbanksitzungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) blicken Anleger am heutigen Freitag auf den „Hexensabbat“. Auf größere Schwankungen müssen sich Anleger wegen des Auslaufens von Optionen und Future-Kontrakten an den weltweit wichtigsten Terminbörsen einstellen.

Indes rückt auch wieder die neue Variante des Coronavirus „Omikron“ in den Vordergrund.

DAX 40 auf Tagesbasis

Quelle: Tradingview

Fed-Sitzung erfreut Anleger – EZB mit keinen großen Überraschungen

Die jüngsten geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) haben Anleger hierzulande als auch jenseits des großen Teichs zuversichtlich gestimmt. Trotz Ankündigung einer restriktiveren Haltung schöpfen Investoren wieder Mut, da die Fed auf eine wirtschaftliche Erholung setzt und gleichzeitig die grassierende Inflation bekämpft. Die Katze ist damit aus dem Sack.

Bereits für das kommende Jahr hat der US-Währungshüter insgesamt drei Zinsschritte um jeweils 25 Basispunkte signalisiert. Aktuell befindet sich das Zinsband zwischen null und 0,25 Prozent. Zudem soll das im Fachjargon sogenannte „Tapering“ weiter forciert werden. Statt um 15 Milliarden Dollar ist geplant, das Anleihekaufprogramm von ursprünglich 120 Milliarden Dollar in doppelter Geschwindigkeit pro Monat zu reduzieren.

EZB-Sitzung entpuppt sich als klassisches Non-Event – Zinserhöhung nicht in Sicht

Größere Überraschungen hat die EZB-Sitzung vom Donnerstag nicht hervorgebracht. Die Zinsen bleiben weiterhin auf einem historisch tiefen Niveau bei null Prozent. Wie erwartet soll das „Pandemic Emergency Purchase Programme“ (PEPP) Ende März 2022 auslaufen, womit die EZB den Geldhahn größtenteils abdreht. Denn das kleinere Anleihekaufprogramm APP soll im zweiten Quartal 2022 um 20 Milliarden Euro auf 40 Milliarden Euro verdoppelt und im dritten Quartal auf 30 Milliarden Euro zurückgefahren werden. Ab Oktober soll das Volumen wieder zurück auf 20 Milliarden Euro gesenkt werden und solange bestehen bleiben, bis eine nachhaltige konjunkturelle Erholung vonstattengeht.

Coronavirus-Pandemie: „Omikron“ macht Anlegern weiterhin zu schaffen

Die Unsicherheit rund um „Omikron“ hält Anleger weiterhin auf Trab. Auch wenn zuletzt immer wieder Hoffnungsschimmer angesichts bestehender Vakzine und weniger schwere Verläufe den Investoren Zuversicht schenkten, sorgt am Freitag die Furcht vor neuen Restriktionen wieder für Unbehagen. Besonders in Dänemark, Großbritannien und Südafrika wütet die neue Virus-Mutation besonders stark. Anleger fürchten ein ähnliches Szenario schon bald auch hierzulande. Neben neuen Reisebeschränkungen ist es am Ende des Tages die große Furcht vor einem flächendeckenden Lockdown, welcher große wirtschaftliche Kollateralschäden nach sich ziehen könnte.

Die „Hexen“ tanzen – Verfall von Optionen und Futures an Terminbörsen

Am heutigen Freitag müssen sich Anleger zudem nach wie vor auf teils unkonventionelle Kursschwankungen einstellen. An den wichtigsten Terminbörsen verfallen Termine auf Optionen und Futurekontrakte. In der Regel versuchen Investoren den Kurs kurz vor Auslaufen der Termine noch in ihre gewünschte Richtung zu bewegen.