Am deutschen Aktienmarkt als auch an der Wall Street warten Anleger am Freitag gespannt auf frische Zahlen vom US-Arbeitsmarkt. Diese dürften nicht zuletzt über den Verlauf des letzten Tages der Handelswoche entscheiden und gleichzeitig als Wegweiser für die kommende Woche fungieren. Hierzulande könnte der DAX seine jüngste Bestmarke von derzeit 15.811 Zählern sogar knacken.

Hingegen bleibt die Delta-Variante des Coronavirus ein schwelender Unsicherheitsfaktor für die Märkte.

DAX 30 auf Tagesbasis

Quelle: Tradingview

Anleger fiebern US-Arbeitsmarktdaten entgegen

Den ersten Appetizer auf die heute am Nachmittag (14:30 Uhr) anstehenden US-Arbeitsmarkdaten haben bereits zur Wochenmitte die berüchtigten ADP-Daten gegeben, welcher enttäuscht hatten. Insgesamt geben Schätzungen für den heutigen offiziellen US-Arbeitsmarktbericht einen Stellenzuwachs von 870.000 Einheiten für den Juli ab.

Non-Farm Payrolls: Schlechte Nachrichten können gute Nachrichten sein

Eine Enttäuschung könnte sich jedoch auch als eine positive Nachricht entpuppen. Denn die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will laut eigener Aussagen weiter an ihrer bestehenden ultralockeren Geldpolitik festhalten, bis „substanzielle Fortschritte“ am Arbeitsmarkt erzielt seien, heißt es. Somit wäre ein Rückschlag am Arbeitsmarkt ein mögliches Signal für den Währungshüter, den Ausstieg in puncto Anleiheankäufe noch mal zu überdenken und in die Ferne zu verschieben. Eine Fortsetzung der Politik des „billigen Geldes“ dürfte den Märkten möglicherweise weiter gefallen, zumal die Anlagealternativen gegenüber Anteilsscheinen angesichts zinsloser Anlageklassen ohnehin begrenzt sind. In diesem Kontext besteht jedoch auch wieder das Risiko der Inflation, welche weiter aus dem Ruder laufen könnte.

Delta-Variante bleibt schwelender Unsicherheitsfaktor für die Märkte

Die grassierende Delta-Variante des Coronavirus bleibt ein sprichwörtlich schwelender Unsicherheitsfaktor für die Märkte. Die aktuell ausgeprägte Sorglosigkeit an den Aktienmärkten mahnt vor diesem Hintergrund weiterhin zur Vorsicht. Angesichts der Furcht vor wirtschaftlichen Einbußen durch eine Ausbreitung der Mutation haben Anleger zuletzt in Asien an den Märkten wieder Vorsicht walten lassen. Auch die jüngsten Regulierungsmaßnahmen der Regierung im Bildungssektor sind als ein weiterer Belastungsfaktor heranzuführen, welche in der vergangenen Woche auch in der westlichen Welt zwischenzeitlich für Irritationen gesorgt hatte.

Delta macht in der Bundesrepublik mittlerweile 95 Prozent aus

Mittlerweile macht die sogenannte Virusmutation „Delta“ 95 Prozent aller Coronavirus-Fälle in Deutschland aus, wie es aus den Reihen des Robert-Koch-Instituts heißt. Auch in den USA gilt die Mutante seit geraumer Zeit als dominierend. Im Hinblick auf den Herbst sind sich deutsche Politiker indes noch nicht einig, ob es zu einer vierten Welle respektive neuen Restriktionen kommen wird. Eine vierte Corona-Welle haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt als auch an der Wall Street offensichtlich noch nicht eingepreist. Aktuell beruht die Hoffnung auf den Erfolg in der laufenden Impfkampagne. Hierzulande gelten mittlerweile über 50 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft.

DAX 30 und Wallstreet: Ausblick

Über den heutigen Tagesverlauf dürften indes die US-Arbeitsmarktdaten entscheiden. Anleger befinden sich im Vorfeld der Veröffentlichung offensichtlich vorerst auf der Hut. Das Frankfurter Börsenbarometer (DAX) verweilt am Vormittag bei 15.761 Punkten und tritt damit sprichwörtlich auf der Stelle. Ein frisches Rekordhoch liegt dennoch in der Luft.

Starke Firmenbilanzen haben gestern an der Wall Street für Kauflaune gesorgt. Diese Tendenz könnte sich auch heute vorerst weiter fortsetzen, sollten die Zahlen vom Arbeitsmarkt nicht gänzlich enttäuschen.

Gleichzeitig sollten Anleger die Delta-Variante im Auge behalten.

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