von Judith Ernst ist mal wieder ein Buch aus meiner geliebten simplified Reihe des Finanzbuchverlags. Auch wenn diese Bücher nie wirklich in die Tiefe der Thematiken einsteigen, so verschaffen sie einem dennoch auf wenigen Seiten einen guten Überblick über ein Thema. Und sollte es wirklich weiterführenden Interesse sein, kann man immer noch auf umfangreichere Fach- und Sachbücher umschwenken. Dazu sind sie sehr leicht geschrieben und somit auch für Einsteiger geeignet.

In diesem Buch wird das Thema Depot-Absicherung zunächst einmal auf der zeitlichen Schiene unterschieden. So widmet sich die Autoren in zwei voneinander getrennten Abschnitten den kurz- und langfristigen Möglichkeiten zur Depot-Absicherung.

So eignet sich dieses Buch für alle Anleger, die kurz- und mittelfristig von ihrem Depot-Volumen abhängig sind, weil sie Investitionen oder Entnahmen geplant haben und diese mit einem Kurseinbruch riskiert würden bzw. die Altersvorsorge dahin ist. Wer sich bereits mit dem Thema Entnahmestrategien auseinandergesetzt hat, der weiß, was ein paar schlechte Jahre auf die Entwicklung eines Depots im Entnahmezustand für Auswirkungen haben können. In diesen oder ähnlichen Situationen gibt es viele Anleger die besser schlafen können, wenn sie eine Art Crash-Versicherung abgeschlossen oder sich anderweitig abgesichert haben.

Aber auch langfristige Investoren kommen bei diesem Buch partiell auf ihre Kosten, wenn im Bereich der langfristigen Depot-Absicherung die wesentlichen Elemente des vernünftigen Depot-Aufbaus beschrieben werden.

Somit ist dieses Buch insbesondere für zittrige Anleger gedacht, die eigentlich zu tief am Aktienmarkt investiert sind, gemessen an ihrem Risiko-Profil.

Risiko-Absicherung ist allerdings je nach Absicherung sehr teuer und kann gut und gerne 5 – 12 % des Depot-Wertes pro Jahr kosten. An dieser Stelle sollte der ein oder andere verstanden haben, dass man sein Depot auch kaputt absichern kann, wenn man beispielsweise zu früh einem der vielen Crash-Propheten gefolgt ist und drei Jahre in Folge doch keine Krise kam, man aber die Versicherungsprämie gezahlt hat.

Es werden neben Versicherungen aber auch diverse andere Absicherungsformen beschrieben, wie Put-Optionsscheine oder Short-ETFs (anderen vielleicht eher als inverse ETFs bekannt). Wer von sowas noch nichts gehört hat, der sollte dieses Buch zumindest mal überblättert haben. Umsetzen muss man es am Ende nicht unbedingt, aber man sollte seine Möglichkeiten schon kennen.

Für den Durchschnittsinvestor werden die meisten dieser Instrumente ohnehin zu komplex und intransparent sein, weshalb ich zunächst für den Aufbau eines Grundverständnisses plädiere bevor man in sowas sein Geld investiert. Einfachere Stop-Loss Absicherungen sollten für die meisten ausreichen.

Viel wichtiger sind die langfristigen Absicherungen, die meiner Meinung nach sowieso jeder Investor in seinem Depot bereits umgesetzt haben sollte, aber Nachlesen schadet mit Sicherheit nicht. Hier geht es um Notgroschen, Risiko angepasstes Investieren (Money-Management), Diversifikation, Sparpläne etc. Erst bei den Garantieprodukten und ETCs wird es wieder ein wenig unbekannter.

Die letzten Kapitel gehören für mich allerdings nicht in dieses Buch, denn ich kann es nur als Broschüre zum Überblick empfehlen. Generelle Investment Tipps holt man sich besser von einem Graham.